Heimatfilmkinder im Radio

Familienpass14/15

Tolle Sache: Familienpass Brandenburg

Es klingt schon manchmal sehr extrem, wenn Kinder in der Radiowerbung auftauchen. Immer sind sie wahnsinnig lieb und zuvorkommend, sprechen, als hätten sie schon mindestens drei Rhetorik-Kurse hinter sich. Sie klingen, wie Kinder aus einer vergangenen Zeit.

Sicherlich werden diese Konzepte für Radiospots von Menschen entworfen, die entweder selbst gerade Eltern werden/geworden sind oder die vor langer Zeit einmal Kinder großgezogen haben. In der Realität sind diese Leute jedoch wohl nicht wirklich zu Hause – klingen die Kinder in vielen Spots doch meistens wie Buben und Mädels aus Heimatfilmen der 1950er Jahre. Radiowerbung sollte sich so nah wie möglich an der Realität bewegen und Kinder wie Erwachsene gleichermassen authentisch klingen lassen. Besonders unglaubwürdig werden Radiospots, wenn in den als Earcatcher dienenden Stories die Protagonisten sehr werblich werden und dazu noch Absender und Produkte übermässig betonen. Dies sollte der Part der Off-Simme am Ende der Spots sein. Somit wird die Story nicht zerstört und bindet den Hörer wesentlich schneller an den Werbenden – Erfolg stellt sich deutlich früher ein. Wie Radiospots mit Kindern klingen können, bringt unser Beispiel “Familienpass Brandenburg” zu Gehör.

Vor lauter SEO das M vergessen

Suche Schlafsofa

Suche nach „Schlafsofa“

Eine tolle Idee hatten die Nerds, als sie eine Reihe erfrischender Softdrinks kreiert hatten. Label, Logo und Verpackung haben sie fix selbst gestaltet, ebenso den Webauftritt. Wofür sonst sind sie in die Nerd-Lehre gegangen. Schnell noch über Crowdfunding ein paar tausend Euro eingesammelt und der Auftrag an den Abfüller konnte erteilt werden. Während die Limo in die Flaschen plätscherte, setzten sie sich schon einmal mit den iPads in die stylische Beach-Bar und nahmen das unerlässliche SEO in Angriff.

Blöd nur, dass der ganze SEO-Hokuspokus allein nicht funktioniert hat. Die coole Hipster-Zielgruppe, die damit erreicht werden sollte, hat schlicht keine trendigen Softdrinks gegoogelt. Die sind einfach in den Spätkauf und in die Tanke marschiert und haben das Zeug gekauft, das ohnehin schon da war: Bionade, Coke, Fanta, Redbull, Bluna und was sonst noch.

Und so saßen sie nun da, mit ihrem perfekten SEO und den 25.000 Flaschen, deren Inhalt sich in unaufhaltsamen Schritten dem Ende des Mindesthaltbarkeitsdatums näherte. Die ganze Kohle aus dem Crowdfunding war futsch und für bedarfsweckende Massnahmen war nichts übrig. Marketing adieu.

Ich verzichte jetzt darauf, den Namen des Produktes zu nennen. Denn bald sind die Jungs so dermassen pleite, dass ich das Produkt für ’nen Appel und ’n Ei übernehmen kann…

Ähnlich geht es mittlerweile vielen Unternehmern. Ganz gleich, ob jung oder alt, ob Möbel, Gastro, KFZ-Handel, Softdrink, Snack oder Airline. Allzu häufig wird Online-Nutzung falsch eingeordnet. Es reicht einfach nicht, dass man optimal gefunden werden kann, wenn niemand den Bedarf hat oder der Bedarf nicht geweckt wurde. Wer Flugreisen nach Lappland zum Rentiere streicheln anbietet, sollte es den Menschen mitteilen. Wenn Sie das zehnte Steakhouse in der Stadt eröffnen, dann lassen Sie die Fleischeshungrigen gefälligst wissen, dass es sie gibt und warum es ausgerechnet bei Ihnen besser ist, als beim Argentinier um die Ecke. Und wenn Sie Jahreswagen verkaufen wollen, dann erzählen Sie Ihrer Klientel, warum man ausgerechnet zu Ihnen kommen und damit unter Umständen einen weiteren Weg auf sich nehmen sollte, als zum Jahreswagenhändler im heimischen Gewerbegebiet zu fahren.

Etwas ganz Entscheidendes darf man nie vergessen: Ihre Mitbewerber tummeln sich auf den gleichen Plattformen, wie Sie. Daher sehen Suchergebnisse mittlerweile ähnlich einschläfernd aus, wie die viel verhöhnten „Anzeigenfriedhöfe“ in den Zeitungen der 1990er Jahre.

Ihren USP bzw. Ihr Alleinstellungsmerkmal können Sie beispielsweise im Radio exzellent präsentieren. Denn: Weghören ist nach wie vor schwieriger, als wegschauen.

 

Spotplatz: Das neue Trainingszentrum für Spotler

Rennbahn

Aaauuf die Plätze! Feeeertig!! Los!!!

Ja, es gibt sie: Die Selber-Texter, die Krea(k)tiven, die Radiospotschreiber. Nicht selten erhalten wir Texte von Kunden oder Agenturen mit dem Auftrag, daraus einen sendefähigen Radiospot zu produzieren. Und ebenso oft passiert es, dass die Sendezeiten bereits gebucht sind und somit das Budget schon festgelegt wurde.

Nun sitzen wir hier, vor der Nase einen Text, der ohne Weiteres 38 Sekunden benötigt, um einigermassen sauber zu klingen. Gebucht wurden aber nur 25 Sekunden. Nicht selten geraten Texter dann in echte Erklärungsnot gegenüber ihrem Auftraggeber. Wie sag ich’s meinem Kunden? „Sorry, aber sie müssen wohl auf rund ein Drittel Ihrer Spotschaltungen verzichten.“ Oder: „Tut mir leid, aber all die schönen Wortspielereien, die sie im Spot haben wollten, müssen wir nun leider streichen:“

Damit es gar nicht mehr zu diesen unschönen Szenen oder unangenehmen Erklärungsnöten kommt, haben wir ein Tool entwickelt, das es allen „Spotlern“ da draußen wesentlich erleichtern wird, die richtige Spotlänge zu erreichen: Den Spotplatz!

Spotplatz ist das Trainingszentrum für all diejenigen unter Ihnen, die gut vorbereitet in den Wettbewerb starten wollen. Betreten Sie den Spotplatz, lesen Sie die Trainingsanleitungen, geben Sie Ihren Text in die dafür vorgesehene Maske ein und erfahren Sie sofort, welche Länge Ihr gesprochener Text etwa haben wird.

Warum nur „etwa“?

Nun, Sprecher modulieren unterschiedlich und können durchaus bei einem 20 Sekunden Text um bis zu 2 Sekunden voneinander abweichen. Dennoch wird Ihnen der Spotplatz eine enorme Hilfe sein und unangenehmen Überraschungen vorbeugen.

Spotplatz ist absolut diskret, bedarf keinerlei Anmeldung und wird von GALOMA zur kostenlosen Nutzung angeboten.

Baustelle Frau

Inge Klingvon Jens Tippenhauer. Nur einmal angenommen, ich würde diesen Planeten hier noch nicht kennen. Ich komme ganz neu an, von irgendwo hinten links in der Galaxis und versuche nun, die Spezies Mensch zu erkunden. Da es ja hier ein schön buntes Medium gibt, in dem vorrangig Menschen abgebildet werden, entscheide ich mich für das Fernsehen. Also glotze ich.

Nachdem ich nun eine Woche lang mit den Augen eines Außerirdischen TV geschaut habe, komme ich zu dem Schluss, dass die Spezies genannt „Frau“ die übelste Daseinsform auf der Erde besetzt.

Nicht genug, dass Frauen allem Anschein nach über keinerlei begehrenswerte, natürliche Ausstrahlung verfügen und somit ihre Wimpern „exploren“, die Haare colorieren und Fingernägel lackieren müssen. Nein, Frauen leiden zu allem Übel auch noch unter Übergewicht, Verstopfungen, Zahnfleischproblemen, vorzeitiger Hautalterung, Pigmentflecken, Besenreisern, Wadenkrämpfen, Scheidenpilz und -Trockenheit, Durchblutungsstörungen, Inkontinenz, brüchigen Fingernägeln, Spliss und Juckreiz.

Hunde und Männer haben es wesentlich leichter.

Betrachten wir also den Mann: Die Gattung „Mann“ führt offenbar ein wesentlich entspannteres Dasein. Ok, dem Mann kann schonmal das Haar ausgehen. Das ist aber gar nicht so schlimm, denn das kann er ja kompensieren, indem er irre viel Freude mit seinen Kumpels beim Biertrinken hat, nebenher online surft und spielt, leckere Burger vertilgt, noch ein Bier reingießt, ins Auto steigt und Fahrfreude entdeckt, am Baumarkt stoppt, Werkzeuge und Materialien zum Bauen und Heimwerken einlädt, noch ein Kiste Bier dazwischen packt, nach Hause fährt und seinen Kindern und der notdürftig instandgehaltenen und reparaturanfälligen Gattin beweist, dass er ein toller Hecht ist. Schließlich hat er am Morgen schon das Beste im Mann geweckt!

Ach Erdlinge, was seid Ihr doch unausgewogen konfiguriert…