Wir kommen auch ins Haus. Sogar bei verschlossener Tür.

Ein sich stetig wiederholendes „Hörspiel“ an der Haustür-Sprechanlage unseres Hauses hat uns inspiriert, daraus ein ganz neues Hörspiel zu kreieren. Schön kurz und durchaus radiotauglich.

Die ganze Geschichte und das sehr kleine Hörspiel finden Sie hier.

Der Friedhof ist tot. Es lebe der Friedhof.

Es ist nicht lange her, da trieben sogenannte Anzeigen-Friedhöfe viele Zeitungskunden in die Arme der Vermarkter alternativer Medien. Schließlich sah man sein sauer verdientes Geld in Rauch aufgehen, wenn direkt neben der eigenen Anzeige der bitterste Konkurrent abgedruckt war. Im schlimmsten Fall sogar noch eine Spalte breiter und fünf Zeilen höher.

Mitte der 1990er Jahre profitierte davon besonders der neu entstandene lokale/regionale Hörfunk. Denn bei der Disposition der Werbeblöcke war es ein Leichtes, zwei Werbekunden der selben Branche akustisch voneinander zu trennen. Bevorzugt sogar in zwei unterschiedliche Werbeblöcke zu disponieren. Der Erfolg für die Werbekunden stellte sich häufig sehr kurzfristig ein – zum Leidwesen der Anzeigenverkäufer der Tageszeitungen.

Mit dem Hype neuer Medien prägt sich nun ein ähnliches Bild. Der KFZ-Handel tummelt sich kollektiv auf den Vermarktungsportalen im Netz der unbegrenzten Möglichkeiten. Der Möbel-Handel versenkt den Werbeetat in Adwords und auf den gängigen Einrichtungsportalen. Reiseveranstalter und Hotels schwimmen in den Haifischbecken der Online-Buchungsportale.

Führende Unternehmen schulen mittlerweile ihre Mitarbeiter in der professionellen Anwendung sozialer Netzwerke und investieren unglaubliche Summen, um regelmässige Updates und Follower zu generieren. Doch der Konsument straft die Wirtschaft zunehmend mit Ignoranz. Wegklicken und wegschauen ist schließlich eine der leichtesten Übungen. Nur derjenige, dem es gelingt mittels Originalität die volle Aufmerksamkeit des Zielpublikums zu erlangen, hat noch ein Chance auf Wahrnehmung. Aber nicht jeder kann es sich leisten, Stunt-Videos in feinster Hollywood-Qualität zu produzieren und mittels viraler Strategie unters Volk zu jubeln.

Deutlich preiswerter und somit auch für Mittelständler oder kleine Unternehmen finanzierbar, sind kreative und zielgerichtete Radiokampagnen. Benötigt man für die Produktion eines nachhaltig wirksamen Videos ganze Filmcrews, jede Menge Technik (auch wenn es häufig nicht so aussieht – aber auch das hat Methode) und mehrere Tage Zeit, so lässt sich ein Radiospot bequem innerhalb eines Tages fertigstellen. Voraussetzung für jede Kampagne ist natürlich eine griffige Idee und die professionelle Kampagnenplanung. Die Eingangs erwähnten Friedhöfe lassen sich im Radio nach wie vor geschickt vermeiden und gegen Aufpreis mittels Singlespot-Schaltungen sogar ganz aushebeln.

Und nach wie vor gilt unangefochten der gute alte Grundsatz: Weghören ist schwerer, als wegschauen!

Radiowerbung besser als Anzeige?

Die Frage in der Headline dieses Beitrags ließe sich mit einem einzigen Wort beantworten: JA! Damit wäre alles gesagt und ich könnte mir die Schreiberei sparen. Doch lässt mich das Gefühl nicht los, dass Sie mehr lesen wollen.

In den vergangenen Jahren haben immer mehr Kunden von radiokreaktiv Abstand von der klassischen Anzeige in der Tageszeitung oder im Stadtmagazin genommen. Sie haben feststellen wollen, ob es tatsächlich an der Radiowerbung liegt, wenn plötzlich mehr Traffic auf ihrer Website registriert oder deutlich stärkere Frequenz im Showroom und gestiegener Umsatz registriert wird. Jüngst berichtete uns die Marketingleiterin des Berliner Sanitärgroßhändlers Bergmann und Franz, dass auf die klassische Anzeige mittlerweile weitgehend verzichtet wird, seit das Unternehmen mit guter Radiowerbung auf Sendung ist. Der Bekanntheitsgrad und die Kundenfrequenz im Showroom sei spürbar angestiegen. Das Publikum bezieht sich im Gespräch direkt auf die Radiospots. Ein vergleichbares Feedback habe es auf Anzeigen nie gegeben.

Ähnliches wusste der Inhaber und Geschäftsführer des Berliner Möbelhauses Domeyer Einrichtungen, Matthias Domeyer zu berichten. Das Unternehmen bewirbt unterschiedliche Aktionen. Seit 2007 werden die Kommunikationsmaßnahmen mittels Radiowerbung auf radioBERLIN 88,8 unterstützt. Herr Domeyer wollte von Anfang an wissen, welche Werbemaßnahme ihm Zulauf und Umsatz beschert. So fuhr er zwei untereinander vergleichbare Tests und instruierte seine Mitarbeiter, die Kunden im Haus ungestützt nach den Werbemaßnahmen des Möbelhauses zu befragen. Es wurden penible Listen geführt – exakte Kundenzahlen registriert und analysiert, aufgrund welcher Werbemaßnahme die Kunden ins Haus kamen. Nicht zuletzt wurden die Kundenumsätze in Beziehung zur Werbung gesetzt.
Das Ergebnis war beeindruckend: Obwohl für die Schaltungen der Anzeigen in den gängigen Tageszeitungen mehr als die dreifache Summe der Kosten für die Radiowerbung aufgewendet werden mussten, blieben die aus Anzeigen generierten Umsätze und Kundenzahlen weit hinter den Erfolgen guter Radiowerbung zurück. Das Fazit des Kunden lag auf der Hand: Warum sollte er künftig weiterhin viel Geld in Anzeigenwerbung stecken, wenn im Radio mit deutlich geringerem Etat wesentlich größerer Erfolg generiert werden kann.

Dies sind nur zwei Beispiele, die jedoch stellvertretend für zahlreiche Werbende stehen. Das Ohr hat eben doch 24 Stunden am Tag geöffnet. Das Auge sieht nur, was es sehen will.