Resi, der Rohrverleger aus Rimsting und die Qualisiegler

BUF066P006_Quali_Postwurf_Postkarte_105x148mm_LAY03Eigentlich ist die Hobelmeir Resi gar nicht so gerne nach Berlin gezogen. Immerhin steht Berlin in überhaupt keinem Vergleich zu ihrer Heimatstadt München. Aber was will man machen, wenn der Gatte gut verdient und seine Firma den Hauptsitz nach Berlin verlegt. Da muss sich die Resi dann eben mit dem schmuddeligen Berlin arrangieren.

Einen Vorteil hat’s ja, des Berlin: Die Immobilienpreise sind noch immer wesentlich günstiger, als in Minga. Daher haben die Resi und ihr Schorsch auch gleich was gekauft. Jetzt müssen’s nur noch etwas herrichten. Vor allen Dingen das Bad soll saniert werden. Die Mitzi, das ist die beste Freundin von der Resi, also diese Mitzi hat ja ein naturgegebenes Misstrauen den Preißn gegenüber. Deshalb meint sie auch unbedingt, der Resi den Handwerker ihres Vertrauens aus der Heimat schicken zu müssen.

Aber die Resi ist da schon einen bedeutenden Schritt weiter. Schließlich hat sie sich ihr Design-Bad bereits bei Bergmann & Franz ausgesucht. Und weil Bergmann & Franz ganz viel Wert auf die fachgerechte Installation legt, findet man dort auch einen eigens qualifizierten Handwerksbetrieb – einen sogenannten Qualisiegler.

Und da die Resi (erfunden von Jens Tippenhauer) in ihrem Radiospot so glaubwürdig und überzeugend echt daher kommt, hat sie auch gleich Bilder in einigen Köpfen produziert, die sofort aufs Papier gebracht und als Postkarte gedruckt wurden. Den Mediaplan fürs Radio hat Raimund Conrad von GALOMA entwickelt. Zu hören sind die Spots in Berlin und Brandenburg auf den Wellen von radioeins und Inforadio oder hier mit Cartoon:

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MA 2015/I: Was, wenn nicht alle auf das Siegertreppchen passen?

Rennbahn„Marktführer“ hier, „stärkster Sender“ dort, „meist gehörtes Programm“ in jenem Bundesland… Diese einschläfernden Schlagzeilen erhielten wir am 4. März in Endlosschleife. Alle sind Sieger, keiner hat verloren, jeder ist irgendwie der Erste.

 

Was war geschehen?

Die Media-Analyse Radio MA 2015/I wurde am Morgen des besagten Tages veröffentlicht. Sogleich schickten sich die Presse- und Marketingabteilungen von Sendern und Vermarktern gleichermassen an, auf die seit Ewigkeiten gespeicherten Vorlagen für derartige „Präzedenzfälle“ zurück zu greifen und die seit Jahren gleich lautenden Veröffentlichungen abzusondern.

Wieder einmal haben alle gewonnen. Jeder steht ganz vorn in der Reihe der erfolgreichsten Radioprogramme der Republik. Niemand hat auch nur ein Quäntchen eingebüsst. Nach Lektüre der zahllosen Mitteilungen, die gestern über unseren Bildschirm flatterten, hören schätzungsweise eine Milliarde Bundesbürger täglich mindestens 40 Stunden Radio.

Dabei sind die Empfänger dieser Botschaften mittlerweile zu mündigen Bürgern herangereift, die sich nicht von Schlagzeilen im Jargon der Boulevardpresse einwickeln lassen. Etatverantwortliche in den Marketingabteilungen drehen mittlerweile jeden Kielstein dreimal um, bevor sie sich auf das Angebot eines Vermarkters einlassen. Daher wären die Absender der Jubelbotschaften gut beraten, sich künftig auf die realen Fakten zu konzentrieren. Dabei muss sich niemand die Blösse geben und seine Verluste in den Vordergrund stellen. Nein, es reicht, wenn diese Mitteilungen sich auf die reinen Fakten beziehen: Reichweiten in ø-Stunden, Altersgruppen, Anteil der jeweiligen Geschlechter.

Den Rest übernehmen wir.

Nach Definition der Kampagnenziele unserer Kunden schauen wir uns die jeweiligen Sender in den entsprechenden Gebieten haargenau an und erstellen anschließend Mediapläne, die zu greifbaren Erfolgen führen. Ganz ohne Superlative und unseriöse Werte, die für eine korrekte Mediaplanung nicht heran gezogen werden dürfen.

Bei Fragen: Fragen!

Spotplatz: Das neue Trainingszentrum für Spotler

Rennbahn

Aaauuf die Plätze! Feeeertig!! Los!!!

Ja, es gibt sie: Die Selber-Texter, die Krea(k)tiven, die Radiospotschreiber. Nicht selten erhalten wir Texte von Kunden oder Agenturen mit dem Auftrag, daraus einen sendefähigen Radiospot zu produzieren. Und ebenso oft passiert es, dass die Sendezeiten bereits gebucht sind und somit das Budget schon festgelegt wurde.

Nun sitzen wir hier, vor der Nase einen Text, der ohne Weiteres 38 Sekunden benötigt, um einigermassen sauber zu klingen. Gebucht wurden aber nur 25 Sekunden. Nicht selten geraten Texter dann in echte Erklärungsnot gegenüber ihrem Auftraggeber. Wie sag ich’s meinem Kunden? „Sorry, aber sie müssen wohl auf rund ein Drittel Ihrer Spotschaltungen verzichten.“ Oder: „Tut mir leid, aber all die schönen Wortspielereien, die sie im Spot haben wollten, müssen wir nun leider streichen:“

Damit es gar nicht mehr zu diesen unschönen Szenen oder unangenehmen Erklärungsnöten kommt, haben wir ein Tool entwickelt, das es allen „Spotlern“ da draußen wesentlich erleichtern wird, die richtige Spotlänge zu erreichen: Den Spotplatz!

Spotplatz ist das Trainingszentrum für all diejenigen unter Ihnen, die gut vorbereitet in den Wettbewerb starten wollen. Betreten Sie den Spotplatz, lesen Sie die Trainingsanleitungen, geben Sie Ihren Text in die dafür vorgesehene Maske ein und erfahren Sie sofort, welche Länge Ihr gesprochener Text etwa haben wird.

Warum nur „etwa“?

Nun, Sprecher modulieren unterschiedlich und können durchaus bei einem 20 Sekunden Text um bis zu 2 Sekunden voneinander abweichen. Dennoch wird Ihnen der Spotplatz eine enorme Hilfe sein und unangenehmen Überraschungen vorbeugen.

Spotplatz ist absolut diskret, bedarf keinerlei Anmeldung und wird von GALOMA zur kostenlosen Nutzung angeboten.

Das Fenster, das niemand sieht

Was machen Sie eigentlich, damit Ihr Laden läuft? Social Media? Fernsehwerbung? Flyer? Anzeigen? Oder sind auch Sie der Ansicht, dass Werbung in öffentlichen Verkehrsmitteln unschlagbar ist, weil das Publikum da ja nicht weg kann?

Als Kreativer sollte man sich von Zeit zu Zeit dorthin begeben, wo auch die Zielgruppen seiner Kunden sich aufhalten. Denn nur auf diese Weise kann man verstehen, was die Menschen interessiert und wie sie sich verhalten. Da diese direkte Observation wesentlich aktueller ist, als jede Sozialstudie, habe ich in den vergangenen Wochen ergänzend zum Einkauf beim Discounter auch mehrfach die Berliner U-Bahn genutzt, um von A nach B zu gelangen. Nicht zuletzt, weil ein befreundeter Komiker gefragt hat, ob es nicht sinnvoll wäre, einen Spot für seine Auftritte im Berliner-Fenster – dem U-Bahn-TV – zu schalten.

An mehreren Tagen saß ich nun also in den polternden Wagen der U1, der U2, der U6, der U7, der U8 und vermutlich einiger weiterer Linien. Bevorzugt wählte ich die Züge der älteren Baureihen, die bereits umfangreich mit den Monitoren des Berliner Fensters ausgerüstet sind. Ich beobachtete meine Mitreisenden lang und genau, um festzustellen, womit sie sich während ihrer Reisen durch den Berliner Untergrund beschäftigen. So zählte ich zwischen zwei Stationen 37 Mitreisende. Davon waren 19 mit ihren Smartphones beschäftigt, 2 brüteten über Akten, 7 lasen Zeitung, 2 lösten Sodokus bzw. Kreuzworträtsel, 4 wischten auf ihren Tablets herum, einer schlief und 3 weitere waren in eine Unterhaltung vertieft, in einer nicht zu identifizierenden Sprache. Später befanden sich in einem anderen Zug 14 Mitreisende, von denen 2 hoffnungslos betrunken und demzufolge nicht aufnahmefähig waren, 6 waren mit ihren Smartphones beschäftigt, 2 schliefen (vielleicht waren sie aber auch tot…), 1 Frau las ein Buch, 2 Männer die Boulevardpresse. Einer jedoch, ja EINER glotzte auf den Monitor des Berliner Fensters.

Diese Statistik könnte ich nun in ähnlicher Form für sämtliche U-Bahnfahrten fortsetzen. Vielmehr beschäftigt mich jedoch die Frage, woher der Vermarkter des Berliner Fensters die Mediadaten in seiner Preiskalkulation nimmt. Der tatsächliche Gewinn meiner Reise durch den Untergrund besteht jedoch darin, dass ich nun weiß, womit sich die Berliner beschäftigen, wenn Sie im öffentlichen Personennahverkehr unterwegs sind. Daraus lässt sich auf jeden Fall etwas machen. Und von den Spotschaltungen für den Komiker im Berliner Fenster lassen wir mal besser die Finger…

Der Friedhof ist tot. Es lebe der Friedhof.

Es ist nicht lange her, da trieben sogenannte Anzeigen-Friedhöfe viele Zeitungskunden in die Arme der Vermarkter alternativer Medien. Schließlich sah man sein sauer verdientes Geld in Rauch aufgehen, wenn direkt neben der eigenen Anzeige der bitterste Konkurrent abgedruckt war. Im schlimmsten Fall sogar noch eine Spalte breiter und fünf Zeilen höher.

Mitte der 1990er Jahre profitierte davon besonders der neu entstandene lokale/regionale Hörfunk. Denn bei der Disposition der Werbeblöcke war es ein Leichtes, zwei Werbekunden der selben Branche akustisch voneinander zu trennen. Bevorzugt sogar in zwei unterschiedliche Werbeblöcke zu disponieren. Der Erfolg für die Werbekunden stellte sich häufig sehr kurzfristig ein – zum Leidwesen der Anzeigenverkäufer der Tageszeitungen.

Mit dem Hype neuer Medien prägt sich nun ein ähnliches Bild. Der KFZ-Handel tummelt sich kollektiv auf den Vermarktungsportalen im Netz der unbegrenzten Möglichkeiten. Der Möbel-Handel versenkt den Werbeetat in Adwords und auf den gängigen Einrichtungsportalen. Reiseveranstalter und Hotels schwimmen in den Haifischbecken der Online-Buchungsportale.

Führende Unternehmen schulen mittlerweile ihre Mitarbeiter in der professionellen Anwendung sozialer Netzwerke und investieren unglaubliche Summen, um regelmässige Updates und Follower zu generieren. Doch der Konsument straft die Wirtschaft zunehmend mit Ignoranz. Wegklicken und wegschauen ist schließlich eine der leichtesten Übungen. Nur derjenige, dem es gelingt mittels Originalität die volle Aufmerksamkeit des Zielpublikums zu erlangen, hat noch ein Chance auf Wahrnehmung. Aber nicht jeder kann es sich leisten, Stunt-Videos in feinster Hollywood-Qualität zu produzieren und mittels viraler Strategie unters Volk zu jubeln.

Deutlich preiswerter und somit auch für Mittelständler oder kleine Unternehmen finanzierbar, sind kreative und zielgerichtete Radiokampagnen. Benötigt man für die Produktion eines nachhaltig wirksamen Videos ganze Filmcrews, jede Menge Technik (auch wenn es häufig nicht so aussieht – aber auch das hat Methode) und mehrere Tage Zeit, so lässt sich ein Radiospot bequem innerhalb eines Tages fertigstellen. Voraussetzung für jede Kampagne ist natürlich eine griffige Idee und die professionelle Kampagnenplanung. Die Eingangs erwähnten Friedhöfe lassen sich im Radio nach wie vor geschickt vermeiden und gegen Aufpreis mittels Singlespot-Schaltungen sogar ganz aushebeln.

Und nach wie vor gilt unangefochten der gute alte Grundsatz: Weghören ist schwerer, als wegschauen!

Vollpfosten schießt Eigentor – Mediaberatung hat versagt

Es war ein Gespräch, wie wir es schon häufig erlebt haben. Der Geschäftsführer eines Berliner Nanotechnologie-Unternehmens lud uns ein, um mit ihm Möglichkeiten zu erörtern, sein einzigartiges Nano-Produkt zur Trocknung feuchten Mauerwerks im Radio zu bewerben. Eigentlich eine ganz einfache Übung. Dachten wir…

Schon in den ersten Minuten am Konferenztisch der Firma machte sich eine unangenehme Spannung breit. Mein Gegenüber redete auch nicht lange um den heißen Brei herum: Radiowerbung ist kein Neuland für sein Unternehmen. Wiederholt habe er Radiowerbung bei einem der Marktführer geschaltet – mit unbefriedigendem Erfolg

Zeit für eine Analyse: Was wurde kommuniziert? Wie häufig und zu welcher Tageszeit wurde der Spot geschaltet? Ist die Zielgruppe zuvor ausreichend selektiert worden? Hat die Mediaberatung des Senders alle Tools zum Einsatz gebracht, die eine Radiokampagne zum Erfolg führen?

In den nächsten Minuten schauten wir vorrangig in ein fragendes Gesicht. Wieder einmal hatte ein Mediaberater es nicht verstanden, die zur Verfügung stehenden Ergebnisse der Radioforschung zur Anwendung zu bringen.

Der Radiospot wurde auf Wunsch des Kunden so kurz wie möglich gestaltet und transportierte ausschließlich den Firmennamen und Web-Adresse. Den Radiohörern wurde keinerlei Hinweis vermittelt, welcher Nutzen sie erwarten würde, wenn sie die Website aufsuchen. Spätestens an dieser Stelle sollten Mediaberater den zweiten Teil ihrer Berufsbezeichnung ernst nehmen und den Kunden objektiv informieren, dass ein Radiospot in dieser Form den gewünschten Erfolg nicht fördern wird.

Zielgruppenanalyse? Fehlanzeige. Obwohl dem Mediaberater des Senders die notwendigen Werkzeuge zur optimalen Mediaplanung zur Verfügung stehen, sind diese nicht zum Einsatz gekommen. Stattdessen wurde dem Kunden ein einziges Blatt DIN A4 mit der Auflistung von Frequenz und Kosten zur Unterschrift vorgelegt.

Dabei könnte alles so einfach sein: Hätte sich der Mediaberater dafür interessiert, welche Ziele sein Kunde verfolgt, wäre es eine der leichtesten Übungen gewesen, mittels MA (Medienanalyse) und VuMA (Verbrauchs- und Medienanalyse) die Zielgruppe einzugrenzen, Tage und Sendezeiten zu selektieren in denen die Zielgruppe wirtschaftlich erreicht wird und auf Basis dieser Auswertungen einen optimierten Mediaplan zu generieren. Dazu gehört selbstverständlich die Qualifikation, derartige Zahlenkolonnen lesen, verstehen und auswerten zu können. Obendrein muss man sich die Zeit nehmen (wollen), diese – zugegebenermassen – etwas kniffelige Arbeit zu erledigen.

Leider hinterlassen Erfahrungen wie diese einen fahlen Nachgeschmack und werfen einen unschönen Schatten auf die Branche. Zu allem Übel hat erneut ein Mediaberater ein Eigentor geschossen: Der Kunde ist sowohl für den Sender, als auch für den Mediaberater verloren. Zudem ist jeder enttäuschte Kunde ein nicht zu unterschätzender Multiplikator, der es nicht versäumen wird in seinem Umfeld zu verkünden, dass Radiowerbung und speziell dieser Sender viel Geld verschlingen und keinen Erfolg bringen.

Radio kann mehr. Seien Sie kritisch, fragen Sie nach exakten Leistungswerten und lassen Sie gegebenenfalls Angebote von neutraler Instanz prüfen. Nicht der Preis auf einem Auftragsformular ist entscheidend, sondern die Leistung, die dahinter steckt.

Trotz Radiowerbung nichts verkauft

Folgender Fall trug sich bei einem unserer Kunden zu, der Radiowerbung geschaltet hat, um exklusive Badezimmer-Einrichtungen feil zu bieten:

Zu Beginn der Gespräche plagten unseren Kunden Zweifel, ob Radiowerbung die von ihm erwartete Leistung erbringen kann. Da wir jedoch nicht nur die hohe Kunst der effektvollen Kreaktion des Funkspots beherrschen, sondern obendrein auch mit der exakten Zielgruppenanalyse virtuos vertraut sind, war schnell der geeignete Sender gefunden. Der Spot wurde im Musical-Stil hergestellt, die Sendezeiten entsprechend geringer Streuverluste und attraktiver TKP (1000-Kontaktpreis) belegt.

Zu Beginn der zweiten Sendewoche setzten wir uns mit dem Kunden zusammen, um erste Ergebnisse zu erörtern. Desaströs seien diese. Das Haus war randvoll mit potenziellen Kunden, nur gekauft habe niemand etwas. Mein Einwurf, dass man sich bestimmt nicht innerhalb weniger Minuten dazu durchringe, 30.000 Euro oder mehr für ein neues Bad zu investieren, verhallte. Vielmehr war unserem Kunden daran gelegen, die gebuchte Radiowerbung infrage zu stellen, die damit verbundenen Kosten zu verteufeln und und das Medium Radio als untauglich zu verurteilen.

Da die Kampagne nun noch fortgesetzt wurde und die Wochenendtage als die am stärksten frequentierten herausgefiltert wurden, mischte ich mich am folgenden Samstag “undercover” unter das Publikum. Schließlich galt es, unseren guten Ruf zu erhalten. Außerdem konnte ich mir nicht wirklich erklären, was da nun tatsächlich schief gelaufen sein konnte.

Das Ergebnis war rasch zu analysieren: Nachdem ich ca. 20 Minuten durch die Badezimmerausstellung pirschte und von keinem Kundenberater auch nur eines Blickes gewürdigt wurde, begab ich mich zum Infodesk, um einen Kundenberater zur Seite gestellt zu bekommen. Hinter dem Tresen hielten sich zwei Mitarbeiterinnen und ein Mitarbeiter auf – zutiefst verstrickt in eine heftige Debatte über eine zu scheitern drohende private Beziehungskiste. Als ich nach gut 5 Minuten noch immer nicht wahrgenommen wurde (obwohl ich größer als 1,50 Meter bin…), machte ich also mittels freundlichen Zurufs auf mich aufmerksam, indem ich sagte “Achtung: Kaufinteressierter Kunde diesseits des Tresens!” “Sie sind gleich dran!” schallte es zurück und die Privat-Debatte wurde fortgesetzt. Ich wartete weitere 8 Minuten und zog mich dann allmählich zurück, verließ nach schätzungsweise einer Stunde das Haus ohne auch nur in die Gefahr geraten zu sein, in die Klauen eines Verkäufers zu fallen.

Das Unternehmen meldete einige Monate später Insolvenz an.

Die geschilderte Situation ist weder fiktiv noch übertrieben, noch ein Einzelfall.

Gute Radiowerbung kann Ihnen eine Vielzahl von Kontakten bescheren. Verkaufen müssen Sie allerdings selbst.

Radiowerbung: Es muss nicht immer Primetime sein

Morgens zwischen sieben und neun Uhr hören die meisten Menschen Radio. Da muss mein Spot geschaltet werden.

So oder ähnlich stellen sich viele unserer Kunden die Planung ihrer Radiokampagne vor. Die Feststellung, dass morgens die größten Reichweiten erzielt werden ist richtig. Allerdings darf das zur Verfügung stehende Budget nicht aus den Augen verloren werden. Nicht jeder Werbetreibende spricht mit seinem Angebot die breite Masse an. Oder er kann es sich schlicht nicht leisten, die Gesamtbevölkerung mit seiner Werbebotschaft im Radio zu beschallen.

Die Radioforschung ermöglicht uns sehr filigrane Zielgruppenselektionen.

Nehmen wir zum Beispiel einen Garten- und Pflanzenmarkt, der seine Radiowerbung gezielt zur Pflanzzeit auf Sendung schicken will. Da nicht jeder der Radio hört, auch über einen eigenen Garten verfügt, ist es nicht sonderlich sinnvoll, in der kostspieligen Primetime Brombeersträucher zu bewerben. Es ist jetzt also sinnvoll, über eine Zielgruppenselektion diejenigen Radiohörer auszählen zu lassen, die über einen eigenen Garten verfügen. Das Ergebnis fördert häufig sehr erstaunliche Erkenntnisse zu Tage. Nicht immer sind es die klassischen 14 – 49 Sender, die diese Personengruppe effizient erreichen. Und auch die Primetime weist oft viel zu hohe Streuverluste auf. Wirtschaftlich sinnvolle Sendezeiten sind in der Zielgruppe der Gartenbesitzer nicht selten die Nachmittagszeiten zwischen 14.00 Uhr und 16.00 Uhr.

Vergleichen wir dann noch die Sekunden- und 1000-Kontaktpreise zwischen der Primetime und den Randzeiten, erschließt sich zwangsläufig eine neue Sichtweise. Erreicht ein Sender in der Traumzeit am Morgen möglicherweise insgesamt 500.000 Hörer zu einem Sekundenpreis von 38,00 Euro, kann der Anteil der Gartenbesitzer an der Gesamthörerschaft eventuell nur 35.000 Personen betragen. In der Nachmittagszeit sind liegt die Gesamthörerschaft des Senders bei nur noch 220.000 Hörern, die zum Sekundenpreis von nur noch 14,00 Euro erreicht werden. Und siehe da: Der Anteil der Gartenbesitzer beträgt hier stolze 60.000 Personen.

Schalten wir den Spot für das Gartencenter nun also in der Nachmittagszeit, wird die Zielgruppe wesentlich preiswerter erreicht. Es wird dem Gartencenter also möglich sein, seinen Spot häufiger an sein Publikum zu richten, als in der morgendlichen Primetime und der Erfolg der Kampagne steht deutlich höher im Kurs.

Egal, ob Sie Pflanzen, Möbel, Fahrräder, Dachrinnen oder Bücher vertreiben – es lohnt sich immer, etwas genauer hinzuschauen, wann und wo Ihre Werbung platziert wird.

Radiowerbung: Vom Fach-Chinesisch auf die falsche Fährte navigiert

TKP, TNP, GRP, WHK, Affinität, RW in Mio., MA, VuMA… – in der Mediaplanung gibt mindestens ebenso viele Fachbegriffe und Kürzel, wie in der Stammzellenforschung. Nicht selten werden sie von Mediaberatern der Vermarkter missbraucht, um den potenziellen Kunden vom eigenen Angebot zu überzeugen.

Stellen Sie sich folgendes Szenario vor: Sie wollen im Radio werben. In Ihrem Gebiet gibt es mehrere Radiosender, die Sie nun kontaktieren, um das attraktivste Angebot zu erhalten.
Radio Trallala schickt Ihnen per Email ein Angebot für 40 Spotschaltungen mit einer Spotlänge von 30 Sekunden zum Paketpreis von 8.000,00 Euro bei einer ø Reichweite von 138.000 Hörern pro Stunde. Der Konkurrent Radio Dudelfunk übertrifft alles: Er bietet Ihnen nicht etwa 40 Spotschaltungen an, sondern satte 1200 Sekunden verteilt auf zwei Wochen zum Hammerpreis von 3.500,00 Euro und behauptet, eine Reichweite von 2,8 Millionen Hörern zu haben. Für Sie scheint der Fall klar: Radio Dudelfunk hat eindeutig das bessere Angebot abgeliefert!

Halt! So einfach ist das nicht!

Wenn wir einmal nachrechnen, stellen wir fest, dass 1200 Sekunden nicht mehr sind, als 40 Spotschaltungen mit einer Spotlänge von 30 Sekunden. Dass der Sender jedoch für weniger als die Hälfte der Kosten des Mitbewerbers anbietet und dabei auch noch eine wesentlich höhere Reichweite erzielt, bleibt jedoch ein unschlagbares Argument. Allerdings nur so lange, bis man feststellt, dass Radio Trallala mit einer realen Größe nach Media-Analyse arbeitet und Radio Dudelfunk mangels nachweisbarer Stundenreichweite schlicht mit der technischen Reichweite hantiert.

Seit mittlerweile 20 Jahren bin ich in der Branche tätig und stelle bis heute regelmäßig fest, dass mit derartiger Augenwischerei immer wieder geködert wird. Ein Grund mehr, einer neutralen und unabhängigen Instanz zu vertrauen.

radiokreaktiv und GALOMA werbung arbeiten mit etablierten Tools der Medienanalyse zur Ermittlung von Zielgruppen und Erstellung professioneller Mediaplanungen. Denn Sie haben nichts zu verschenken!

Radiowerbung zur Selbstbeweihräucherung?

Immer öfter drängt sich der Eindruck auf, dass werbetreibende Unternehmen an ihren Zielgruppen vorbei kommunizieren, sich selbst auf ein Podest heben und sich dann wundern, dass die Kampagne gar nicht oder nur dürftig greift.

Über geschicktes Marketing lässt sich bestimmt streiten. Jedoch erlebe ich es in jüngster Zeit immer häufiger, dass krisengeplagte Unternehmer ihr Publikum aus den Augen verlieren. Da lesen sich Briefings unter Umständen eher wie die Laudatio des Präsidenten der Wirtschaftskammer zum Firmenjubiläum, denn als wirkliche Zielfestlegung der geplanten Hörfunkkampagne.

Bestimmt ist es unerlässlich, die Vorzüge des Absenders geschickt in das Konzept einzuarbeiten. Die Marketingverantwortlichen sollten sich jedoch auch in das fokussierte Publikum hinein denken können. Wer seinen Kunden wirklich kennt, dessen Bedürfnisse richtig einschätzen und beurteilen kann, ist klar im Vorteil und dem Ziel näher, als der selbstgefällige Mitbewerber. Ich möchte jedem Marketingverantwortlichen empfehlen, mit offenen Augen auf die Straße zu treten, sich auch einmal an Orte zu begeben, die von der Zielgruppe aufgesucht werden. Nehmen Sie Kontakt auf, sprechen sie mit den Menschen und sie werden staunen, wie wertlos plötzlich Ihre teuer erkaufte Marktanalyse werden kann. Verabschieden sie sich von dem Wunsch, dass ihre Kunden genauso ticken sollen, wie Sie selbst. Lassen Sie sich dazu hinreißen, Ihre Radiowerbung nicht zu Ihrem persönlichen Wohlgefallen zu gestalten. Egal, ob Ihnen ein Dialekt unangenehm ist oder nicht – ein Radiohörer in Sachsen wird Ihre Botschaft eher aufnehmen und sich an ihr erfreuen, wenn sie in seinem Dialekt und in seinem Wortlaut produziert wurde.

99,9% meiner Kunden, die sich auf diese Erfahrung verlassen, haben unmittelbar messbaren Erfolg mit ihrer Radiowerbung.