Plus+Plus+Minus oder Minus+Plus+Minus?

Wenige Tage, nachdem in Berlin die Schüler von der 1. bis zur 12. Klasse ihre Schulzeugnisse erhalten haben, bekommen auch die deutschen Radiomacher ihre Zeugnisse. Nicht von Pädagogen, sondern von denen, für welche das Programm gemacht wird: Den Hörern.

Bis 9 Uhr stellen sich in den Redaktionen und Programmdirektionen viele Fragen: Ist die Mainstream Musikmischung aus staubigen Evergreens und 12 Monate altem „Hit von heute“ noch zeitgemäß? Hat es sich gelohnt zum 13. Mal die Major-Promotion „XXX zahlt deine Rechnung!“ auszugraben? Wie innovativ und hörernah ist das Programm? Fragen, über Fragen, auf die es vielleicht heute die eine oder andere Antwort gibt.

Je nach Ergebnis feiern die Sender sich selbst. Oder schweigen. Als Agentur für Radiowerbung aus Berlin interessiert uns besonders, wie die Sender im Detail abgeschnitten haben. Ein Plus von XX.000 Hörern (Durchschnittsstunde Mo. – Fr., 6 – 18 Uhr) muss nicht bedeuten, dass auch XX.000 Personen mehr den Sender einschalten.

Radiosender werden in der Mediaanalyse in 3 Tageskategorien (Montag bis Freitag, Samstag, Sonntag) analysiert. Daher sollte hier genau hingeschaut werden, bevor voreilige Schlüsse über Erfolg oder Misserfolg gezogen werden. Vor allem das Wochenende ist für einige Branchen von großer, werblicher Bedeutung. Was also, wenn Sender X von Montag bis Freitag XX.000 Hörer zulegt, aber am Wochenende XX.000 Hörer verliert? Wir haben den Berlin / Brandenburger Radiomarkt genau analysiert.

 

Sender Mo. – Fr. Sa. So. Gesamt
94,3 rs2 +-0 -11 +-0 -11
98.8 KISS FM -08 +29 -11 +10
100,6 FluxFM +05 +05 -08 +02
104.6 RTL +08 +11 -56 -37
105’5 Spreeradio -12 -10 -22 -44
Antenne Brandenburg -04 +40  – +36
BB RADIO +22 -29 +-0 -07
Berliner Rundfunk 91.4 +-0 -08 -22 -30
ENERGY Berlin -06 +04 -01 -03
Fritz +05 -05  – +-0
Inforadio -07 +06  – -01
JAM FM Berlin +05 +13 -05 +13
JazzRadio -01 +01 -04 -04
Klassik Radio Gebiet Berlin -08 -19 -33 -60
radioBERLIN 88,8 -03 -11  – -14
radio B2 +05 +05 +13 +23
Radio Cottbus +02 +11 -08 +05
radioeins -30 +11  – -19
Radio Paradiso -01 +13 +01 +13
Radio TEDDY -01 -01 +01 -01
STAR FM 87.9 -22 -04 -17 -43

 

Was lernen wir aus dieser Tabelle? Der Berliner Rndfunk hält seine Hörerschaft von Montag bis Freitag mit +-0 konstant, verliert aber insgesamt trotzdem 30.000 Hörer durch einen starken Abfall am Sonntag. Fritz vom rbb verliert 5.000 Hörer von Montag bis Freitag, verliert aber selbige Anzahl am Samstag und hält damit seine Hörerzahl. So können wir diese Interpretation endlos fortsetzen und kommen trotzdem zum gleichen Fazit: Erst genau hinschauen, dann urteilen!

Sie sind Werbetreibender und wünschen, dass wir Ihren Radiomarkt vor Ort genauso detailliert betrachten? Machen wir!

Vor lauter SEO das M vergessen

Suche Schlafsofa

Suche nach „Schlafsofa“

Eine tolle Idee hatten die Nerds, als sie eine Reihe erfrischender Softdrinks kreiert hatten. Label, Logo und Verpackung haben sie fix selbst gestaltet, ebenso den Webauftritt. Wofür sonst sind sie in die Nerd-Lehre gegangen. Schnell noch über Crowdfunding ein paar tausend Euro eingesammelt und der Auftrag an den Abfüller konnte erteilt werden. Während die Limo in die Flaschen plätscherte, setzten sie sich schon einmal mit den iPads in die stylische Beach-Bar und nahmen das unerlässliche SEO in Angriff.

Blöd nur, dass der ganze SEO-Hokuspokus allein nicht funktioniert hat. Die coole Hipster-Zielgruppe, die damit erreicht werden sollte, hat schlicht keine trendigen Softdrinks gegoogelt. Die sind einfach in den Spätkauf und in die Tanke marschiert und haben das Zeug gekauft, das ohnehin schon da war: Bionade, Coke, Fanta, Redbull, Bluna und was sonst noch.

Und so saßen sie nun da, mit ihrem perfekten SEO und den 25.000 Flaschen, deren Inhalt sich in unaufhaltsamen Schritten dem Ende des Mindesthaltbarkeitsdatums näherte. Die ganze Kohle aus dem Crowdfunding war futsch und für bedarfsweckende Massnahmen war nichts übrig. Marketing adieu.

Ich verzichte jetzt darauf, den Namen des Produktes zu nennen. Denn bald sind die Jungs so dermassen pleite, dass ich das Produkt für ’nen Appel und ’n Ei übernehmen kann…

Ähnlich geht es mittlerweile vielen Unternehmern. Ganz gleich, ob jung oder alt, ob Möbel, Gastro, KFZ-Handel, Softdrink, Snack oder Airline. Allzu häufig wird Online-Nutzung falsch eingeordnet. Es reicht einfach nicht, dass man optimal gefunden werden kann, wenn niemand den Bedarf hat oder der Bedarf nicht geweckt wurde. Wer Flugreisen nach Lappland zum Rentiere streicheln anbietet, sollte es den Menschen mitteilen. Wenn Sie das zehnte Steakhouse in der Stadt eröffnen, dann lassen Sie die Fleischeshungrigen gefälligst wissen, dass es sie gibt und warum es ausgerechnet bei Ihnen besser ist, als beim Argentinier um die Ecke. Und wenn Sie Jahreswagen verkaufen wollen, dann erzählen Sie Ihrer Klientel, warum man ausgerechnet zu Ihnen kommen und damit unter Umständen einen weiteren Weg auf sich nehmen sollte, als zum Jahreswagenhändler im heimischen Gewerbegebiet zu fahren.

Etwas ganz Entscheidendes darf man nie vergessen: Ihre Mitbewerber tummeln sich auf den gleichen Plattformen, wie Sie. Daher sehen Suchergebnisse mittlerweile ähnlich einschläfernd aus, wie die viel verhöhnten „Anzeigenfriedhöfe“ in den Zeitungen der 1990er Jahre.

Ihren USP bzw. Ihr Alleinstellungsmerkmal können Sie beispielsweise im Radio exzellent präsentieren. Denn: Weghören ist nach wie vor schwieriger, als wegschauen.

 

Bei Anruf: Antwort

JT am Telefon bw„Herzlich willkommen bei XYZ. Sie rufen leider außerhalb unserer Geschäftszeiten an.“ Oder: „Hallo, hier ist der automatische Anrufbeantworter von XYZ“. Derart langweilig klingen leider die meisten Anrufbeantworter der Republik. Da wundert es nicht, wenn Anrufer auflegen, ohne eine Nachricht zu hinterlassen.

Man sollte niemals unterschätzen, welche Auswirkungen der Kontakt mit der Maschine haben kann. „Sie rufen außerhalb unserer Geschäftszeiten an“ klingt in vielen Ohren eher nach Vorwurf, als nach Bedauern: Äätsch, selbst schuld, wenn Du es nicht während unserer Geschäftszeiten schaffst, uns anzurufen!

„Hier ist der automatische Anrufbeantworter von…“ ist leider auch nur die halbe Wahrheit. Denn das Ding arbeitet zwar in gewisser Weise automatisch – bleibt die „Antwort“ jedoch ausnahmslos schuldig.

Wer hat es also noch nicht erlebt, dass morgens im Büro die LED auf dem Telefon wild blinkt, jedoch keine Nachricht hinterlassen wurde. Und im schlimmsten Fall ist der potenzielle Neukunde mittlerweile über alle Berge. Denn Ihr Mitbewerber war entweder noch erreichbar – oder er hatte einfach die bessere digitale Ansage.

Seit nunmehr zweieinhalb Jahren beehren wir unsere Anrufer unter allen Rufnummern mit einer einheitlichen Begrüßung, die nicht selten dazu führt, dass Anrufer ein zweites Mal anrufen. Dann jedoch mit aktivierten Lautsprechern, damit die ganze Abteilung mithören kann. Anschließend hören wir dann oft eine Gruppe lachender Menschen und dazu die Erklärung des Anrufers, der uns mitteilt, er wolle seinen Kollegen einmal den GALOMA / radiokreaktiv Anrufbeantworter vorspielen.

Wenngleich wir dadurch mehr abzuhören haben, als die meisten andern Unternehmen, ist uns eines jedoch Gewiss: Das anschließende freundliche Gespräch mit dem Interessenten.

Für alle, die uns jetzt nicht gleich anrufen wollen:

Kamera-Drohne degradiert radiokreaktiv-Soldaten zu Veteranen

Veteran der Filmproduktion: Der radiokreaktiv-Soldat

Veteran der Filmproduktion:     Der radiokreaktiv-Soldat

Wie oft hatten wir Ambitionen, einzelne Szenen für die Filme unserer Kunden aus einer erhöhten Position zu drehen. Und nicht selten sind unsere Ideen allzu großen Hürden zum Opfer gefallen. Vom Dach des Nachbargebäudes zu drehen, scheiterte oft an dem von Sicherheitsvorschriften besessenen Hausmeister – oder wie man neudeutsch sagt: Facility-Manager – und einen Kran zu beauftragen fiel leider häufig den straff kalkulierten Budgets zum Opfer.

Aber der gemeine radiokreaktiv-Soldat wäre nicht der gemeine radiokreaktiv-Soldat gewesen, hätte er nicht hier und da ein kreaktives Ass im Ärmel gehabt. Abenteuerliche Konstruktionen erwiesen sich als hilfreich, entbehrten jedoch nicht gewisser Gefahren. Der eilig vom Nachbarbetrieb ausgeliehene Gabelstapler beförderte Kamera und Kameramann in einigermassen befriedigende Höhen und erlaubte so die Perspektive eine Schwalbe kurz vor dem Gewittersturm. Versicherungstechnisch betrachtet äußerst fragwürdig. Aber im Ergebnis doch recht attraktiv. Für die wohl spektakulärste Aufnahme aus der Vogelperspektive, engagierten wir eigens einen Fallschirmspringer, der mittels Helmkamera mehrere Sprünge aus einem Flugzeug absolvierte, um die gewünschte Einstellung zu filmen.

Vorbei die gute alte Zeit der Improvisation. Was die Streitkräfte westlicher Armeen nutzen, um gegen vermeintliche Bösewichte vorzugehen und was der Polizei zu Unfallaufnahme dient, dient auch den radiokreaktiv-Kunden: Die Drohne. Mit einigem Geschick und zuverlässiger GPS-Peilung manövriert der radiokreaktiv-Soldat des 21. Jahrhunderts die Kamera-Drohne in atemberaubende Höhen und dreht aus der Vogelperspektive eindrucksvollste Bilder für Werbespots und Imagefilme – ohne dabei an starre Positionen gebunden zu sein. Damit gehören die radiokreaktiv-Fusstruppen nun eher zu den Veteranen der Filmproduktion.

Haben Sie auch Schweiz auf der Stirn?

In der März Ausgabe impact zoom von publisuisse berichtet das Magazin über die Werbeanalyse 2013. Mit interessantem Ergebnis aus der TV-Werbung.

Im Untersuchungszeitraum von vier Monaten wurden 36 Fast Moving Consumer Goods beobachtet und das Kaufverhalten verschiedener Kontaktgruppen untersucht. Die im Untersuchungszeitraum 50,5 Millionen Franken Brutto-Werbespendings waren zu 79% auf private und zu 21% auf SRG Sender verteilt. Mit dem Ergebnis, dass jeder SRG-Werbefranken viermal besser investiert war, als die Spendings bei den Privaten.

In ähnlicher Form dürften diese Ergebnisse auch auf Deutschland zu übertragen sein. Für den Bereich Hörfunk bestätigen unsere Kunden schon seit mehr als 15 Jahren, dass sie wesentlich schneller echte (auf die Werbung bezogene) Umsätze nach Schaltung bei den Öffentlichen erzielen, als mit vergleichbaren Kampagnen bei den Privaten.

Die Ergebnisse der Schweizer Studie hier zum Nachlesen (Download): impact zoom März 2014

 

Beschiss per Klick – Wie Werbekunden im Internet geprellt werden

Kacke

Keine Schokolade

Mehr als 7 Milliarden Euro sind allein im vergangenen Jahr 2013 in Onlinewerbung geflossen. Ein Großteil dieser Umsätze wird durch Klicks generiert. Klicks, mit denen Werbekunden zunehmend in ganz großem Stil betrogen werden.

Stellen Sie sich folgendes Szenario vor: Auf der einen Seite sind Sie und richten Ihr Augenmerk verstärkt auf – sagen wir mal – Youtube Videos. Da gibt es mittlerweile einige extrem erfolgreiche Videos, die millionenfache Views aufweisen.

Auf der anderen Seite bin ich. Für weniger als 250 Euro habe ich mir eine clevere Software gekauft. Beispielsweise UBot Studio. Diese Software setze ich nun so ein, dass sie wie eine Vielzahl klickender Computer ein bestimmtes Video aufruft, an dessen Werbeeinnahmen ich ordentlich mitverdiene.

Im Handumdrehen habe ich Ihnen einige Tausender aus der Tasche gezogen und freue mich über meinen aktuellen Kontostand bei Youtube, der mir einen angenehmen Lebensstandard sichern wird.

So etwas geschieht tatsächlich, wie jüngst auch in der Süddeutsche Zeitung (Ausgabe 107 vom 10. Mai 2014) zu lesen war. Offenbar ist das gesamte Ausmaß der durch derartige Manipulationen entstehenden Schäden noch gar nicht absehbar. Vom Imageschaden und Vertrauensverlust in eine ganze Branche mal ganz abgesehen. Gerade sind dem Bericht der SZ zufolge drei neue Bot-Netze entdeckt worden, die täglich zwischen 30 und 80 Millionen Videoabrufe generieren.

Ähnliches berichtet auch die Adweek über große Marken, die milliardenfach von Bots geripped werden. Nun kann man sich natürlich auch die Frage stellen, ob diese großen Marken nicht selbst die Bots installieren oder beauftragen, um in den Rankings an oberster Stelle zu rangieren und somit seinen eigenen Klassenerhalt zu sichern, auszubauen oder gar einem möglichen Verkaufspreis ordentlich Rückenwind zu verpassen.

Alles ist denkbar – beim großen Internet-Beschiss…

Verurteilt!

Die einen haben ein Radio im Badezimmmer, bei uns kommt das Badezimmer aus dem Radio. GALOMA produziert für Richter + Frenzel, der Fachgroßhandel für innovative und moderne Bäder, verschiedene Radiospots und verurteilt potenzielle Kunden in NRW zu einem neuen Badezimmer. Neben der Imagekampagne mit einem 15 Sekunden Spot auf WDR2 steht die Neueröffnung eines Bad-Centers in Dortmund im Fokus. Diese wird durch einen 20 Sekunden Spot auf den lokalen Stationen Radio Dortmund und Radio Bochum noch stärker hervorgehoben.



Fazit der Kampagne: NRW weiß Bescheid, dass der Ansprechpartner für moderne und innovative Bäder Richter + Frenzel heißt. „Wir sind mit der Imagekampagne und der Neueröffnung in Dortmund sehr zufrieden. Viele Kunden sind spontan vorbei gekommen, viele haben sich direkt telefonisch ausführliche Beratungstermine gesichert.“, so der Marketingverantwortliche von Richter + Frenzel.

Spotplatz: Das neue Trainingszentrum für Spotler

Rennbahn

Aaauuf die Plätze! Feeeertig!! Los!!!

Ja, es gibt sie: Die Selber-Texter, die Krea(k)tiven, die Radiospotschreiber. Nicht selten erhalten wir Texte von Kunden oder Agenturen mit dem Auftrag, daraus einen sendefähigen Radiospot zu produzieren. Und ebenso oft passiert es, dass die Sendezeiten bereits gebucht sind und somit das Budget schon festgelegt wurde.

Nun sitzen wir hier, vor der Nase einen Text, der ohne Weiteres 38 Sekunden benötigt, um einigermassen sauber zu klingen. Gebucht wurden aber nur 25 Sekunden. Nicht selten geraten Texter dann in echte Erklärungsnot gegenüber ihrem Auftraggeber. Wie sag ich’s meinem Kunden? „Sorry, aber sie müssen wohl auf rund ein Drittel Ihrer Spotschaltungen verzichten.“ Oder: „Tut mir leid, aber all die schönen Wortspielereien, die sie im Spot haben wollten, müssen wir nun leider streichen:“

Damit es gar nicht mehr zu diesen unschönen Szenen oder unangenehmen Erklärungsnöten kommt, haben wir ein Tool entwickelt, das es allen „Spotlern“ da draußen wesentlich erleichtern wird, die richtige Spotlänge zu erreichen: Den Spotplatz!

Spotplatz ist das Trainingszentrum für all diejenigen unter Ihnen, die gut vorbereitet in den Wettbewerb starten wollen. Betreten Sie den Spotplatz, lesen Sie die Trainingsanleitungen, geben Sie Ihren Text in die dafür vorgesehene Maske ein und erfahren Sie sofort, welche Länge Ihr gesprochener Text etwa haben wird.

Warum nur „etwa“?

Nun, Sprecher modulieren unterschiedlich und können durchaus bei einem 20 Sekunden Text um bis zu 2 Sekunden voneinander abweichen. Dennoch wird Ihnen der Spotplatz eine enorme Hilfe sein und unangenehmen Überraschungen vorbeugen.

Spotplatz ist absolut diskret, bedarf keinerlei Anmeldung und wird von GALOMA zur kostenlosen Nutzung angeboten.

Baustelle Frau

Inge Klingvon Jens Tippenhauer. Nur einmal angenommen, ich würde diesen Planeten hier noch nicht kennen. Ich komme ganz neu an, von irgendwo hinten links in der Galaxis und versuche nun, die Spezies Mensch zu erkunden. Da es ja hier ein schön buntes Medium gibt, in dem vorrangig Menschen abgebildet werden, entscheide ich mich für das Fernsehen. Also glotze ich.

Nachdem ich nun eine Woche lang mit den Augen eines Außerirdischen TV geschaut habe, komme ich zu dem Schluss, dass die Spezies genannt „Frau“ die übelste Daseinsform auf der Erde besetzt.

Nicht genug, dass Frauen allem Anschein nach über keinerlei begehrenswerte, natürliche Ausstrahlung verfügen und somit ihre Wimpern „exploren“, die Haare colorieren und Fingernägel lackieren müssen. Nein, Frauen leiden zu allem Übel auch noch unter Übergewicht, Verstopfungen, Zahnfleischproblemen, vorzeitiger Hautalterung, Pigmentflecken, Besenreisern, Wadenkrämpfen, Scheidenpilz und -Trockenheit, Durchblutungsstörungen, Inkontinenz, brüchigen Fingernägeln, Spliss und Juckreiz.

Hunde und Männer haben es wesentlich leichter.

Betrachten wir also den Mann: Die Gattung „Mann“ führt offenbar ein wesentlich entspannteres Dasein. Ok, dem Mann kann schonmal das Haar ausgehen. Das ist aber gar nicht so schlimm, denn das kann er ja kompensieren, indem er irre viel Freude mit seinen Kumpels beim Biertrinken hat, nebenher online surft und spielt, leckere Burger vertilgt, noch ein Bier reingießt, ins Auto steigt und Fahrfreude entdeckt, am Baumarkt stoppt, Werkzeuge und Materialien zum Bauen und Heimwerken einlädt, noch ein Kiste Bier dazwischen packt, nach Hause fährt und seinen Kindern und der notdürftig instandgehaltenen und reparaturanfälligen Gattin beweist, dass er ein toller Hecht ist. Schließlich hat er am Morgen schon das Beste im Mann geweckt!

Ach Erdlinge, was seid Ihr doch unausgewogen konfiguriert…

Worteboarding

„Sie interessieren mich überhaupt nicht und es ist mir letztendlich völlig egal, was Ihnen wichtig ist. Dennoch sollten wir eine Bindung eingehen und wenn es Ihnen einmal schlecht ergeht, könnte es sein, dass ich Ihnen zur Seite stehe – wenn Sie meine Bedingungen akzeptieren.“

OLYMPUS DIGITAL CAMERAKlingt doch ehrlich, oder? Aber… auch verlockend? Wohl eher nicht. Dennoch trifft dies genau den Stil, dem wir leider allzu oft in der Werbung begegnen. Dabei gehört doch das Werben schon seit Anbeginn des Lebens auf unserem Planeten zu den natürlichen Ritualen, um Gunst und Aufmerksamkeit zu erlangen. Folglich sollte es doch mittlerweile in unseren Genen stecken, dass es unerlässlich ist, sich mit bunten Federn zu schmücken oder einen imposanten Balztanz aufzuführen.

Doch noch immer begehen Werbende und Werber den stets gleichen Fehler und rennen mit der geschlossenen Tür durch das gesamte Haus, in der Hoffnung, auf diese Weise das Wohlwollen der Zielgruppe zu erlangen. Nicht immer ohne Erfolg, doch meistens ohne Nachhaltigkeit.

So sind wir jüngst beauftragt worden, einen Funkspot für einen unabhängigen Versicherungsmakler zu entwickeln. Unser Vorschlag, der sich zunächst mit den angenehmen Zügen des Unternehmens, der langjährigen Fachkompetenz, den Vorteilen der Unabhängigkeit des Unternehmens und dem daraus resultierenden Mehrwert für den Verbraucher beschäftigte, stieß anfänglich auf Ablehnung. Vielmehr wünschte sich der Kunde das klassische Kampfgeschrei „wir-bieten-machen-können“, ohne sich auch nur im Ansatz den Bedürfnissen seiner Zielgruppen zu widmen. Diese Strategie kann jedoch nur Früchte tragen, wenn das Budget für die anschließende Mediaplanung außerordentlich hoch ist. Ist es jedoch notwendig, mit geringem Etat kurzfristig Sympathie und Erfolg zu generieren, geht dieser Plan nicht auf. Denn Versicherungen sind nichts, was man wie eine Trophäe vor sich her trägt. Sie sind ein notwendiges Übel.

Es sind nicht nur die Werbenden, die ihre Kommunikationsmassnahmen teilweise selbst gestalten, denen das notwendige Fingerspitzengefühl fehlt. Oftmals sind selbst Profis nicht fähig, die einfachsten Regeln anzuwenden, die selbst Amöben beherrschen, um auf sich aufmerksam zu machen.

Ein sehr kleines Detail kann Ihnen helfen, gravierende Fehler zu vermeiden: Sie sind selbst Konsument. Stellen und beantworten Sie sich die Frage, wie Sie selbst angesprochen werden möchten und wenden Sie das Ergebnis auf Ihre Werbung oder Akquise an.