Die Geschichte vom nackerten Gockel

Wer NACHHER will, sollte VORHER mit radiokreaktiv sprechen. Oder mit GALOMA.

Wer NACHHER will, sollte VORHER mit radiokreaktiv sprechen. Oder mit GALOMA.

Es ist nun schon fast sechs Jahre her, dass ich unser Vorher/Nachher-Motiv ersonnen habe. Ursprünglich nicht für unsere eigene Kommunikation, sondern für die einer anderen – nicht mehr existenten – Agentur. Nun kann man sich fragen, warum die Agentur nicht mehr existiert…

Die Umsetzung des Motivs als Postkarte scheiterte damals kläglich an der Geschäftsführerin, einer Marketing-Kommunikations-Ökonomin, die das Motiv nicht verstanden hat. Sie bat mich mehrmals, es ihr zu erklären. Nach insgesamt elf Stunden (in Ziffern: 11) gab ich auf und entschied, Vorher / Nachher für eigene Zwecke zu verwenden. Seither ziert es unsere Website radiokreaktiv, unsere Anzeigenvorlagen und Postkarten. Immer wieder werden wir von Neukunden kontaktiert, die unsere Karte schon seit Jahren an ihrer Pinwand im Büro hängen haben oder deren Schreibtisch die Karte ziert (anstelle von Familienfotos). Der Tenor dieser Kontaktaufnahmen ist jeweils gleich: „Ich habe ihre Karte nun schon seit drei oder vier Jahren an meiner Pinwand hängen und nun ist es soweit, dass wir VORHER sind.“ Um krea(k)tive Radiowerbung bildlich darzustellen, haben sich die zwei Gockel erstklassig bewährt. Aber auch im Bezug auf andere Massnahmen sind die Zwei mittlerweile sehr hilfreiche Mitarbeiter geworden.

Es gibt jedoch noch immer (Marketing-) Menschen, denen sich das Motiv nicht erschließt und die uns  darauf hinweisen, dass die Anordnung falsch sei. Mich wundert es dann immer wieder, warum diese Leute unbedingt einen Job ausüben wollen, der Kreativität erfordert…

Wenn unsere Postkarte auch Ihren Schreibtisch schmücken soll, scheuen Sie sich nicht, uns eine Mail zu schicken. Wir antworten dann mit VORHER / NACHHER.  

MA 2014/I – die Reichweiten der Sender

Darauf wartet die Branche zweimal jährlich unter Hochspannung: Die Veröffentlichung der Medienanalyse Funk. Heute wurde die MA 2014/I bekannt gegeben. Ob Ihre Werbung auf den Wellen der Gewinner oder der Verlierer schwappt, erläutern wir Ihnen gerne individuell. Unseren ersten Kommentar an dieser Stelle, können wir uns natürlich wie immer nicht sparen.

Zunächst einmal: Die Zahlen der MA im Frühjahr sind eher als eine Halbzeitwertung zu betrachten. Die weitaus wichtigere Veröffentlichung erfolgt im Sommer. Denn auf Basis der Zahlen der zweiten MA werden die Tarife für das Folgejahr kalkuliert. Es hat also wenig Sinn, jetzt in Panik zum Telefon zu greifen und gegebenenfalls beim Vermarkter nach zu verhandeln, weil der gebuchte Sender an Reichweite eingebüsst hat.

Grundsätzlich kann man zunächst attestieren, dass die Hörfunknutzung weiterhin stabil ist. Von 73.360.000 deutschsprachigen Personen ab 10 Jahre in Deutschland hören 68.925.000 regelmässig Radio. Die ist bestimmt das wichtigste Argument, um Radio in den Werbebaukasten aufzunehmen bzw. beizubehalten. Die fehlenden 4,4 Millionen sind entweder taub oder verzichtbar. Oder beides.

Schauen wir auf die großen Gewinner und Verlierer montags bis freitags: Freude dürfte am Aschermittwoch in Köln herrschen. WDR 2 konnte im genannten Zeitraum die Gunst von 51.000 zusätzlichen Ohrenpaaren in der ø-Stunde gewinnen. Tränenreich wird der Tag vermutlich in Bayern begangenen, da BAYERN 3 sich von 47.000 Hörern und Hörerinnen verabschieden musste (Kopf hoch, liebe BRler – das kann im Sommer schon wieder ganz anders aussehen). Betrachten wir die Veränderungen montags bis freitags dagegen in Prozentwerten, werden in Berlin bei Radio B2 vermutlich die Korken knallen. Denn aus dem Stammhaus der Schlagerfeunde trieft der Schmalz nun in die Ohren von weiteren 58 Prozent. Das entspricht einem Zuwachs von 7.000 Pop-, Rock-, House- und Klassik-Verweigerern in der ø-Stunde. Ob dieser Wert jedoch ausreicht, um tatsächlich spürbaren Werbedruck zu generieren, dürfte fraglich sein. Schmerzliche Verluste dagegen musste ENERGY Sachsen hinnehmen. Minus 32,6 Prozent machen sich auch in Tausendern schmerzhaft bemerkbar, wenn man sich von 28.000 Hörern verabschieden muss.

Unerlässlich bleibt für GALOMA/radiokreaktiv nach wie vor der Blick auf die Einzelstunden und auf die Differenzen zwischen Montag – Freitag und Samstag/Sonntag. Denn dort können sich teilweise gewaltige Veränderungen ergeben, die für jede weitere Planung relevant sind. Gespannt warten wir wie immer auch auf die Veränderungen in der VuMA, der für unsere Kunden unverzichtbaren Medien- und Konsumanalyse, mit der wir Volltreffer in der Werbung annähernd garantieren können.

Scheuen Sie sich nicht, nach den für Ihren Werbetopf wichtigen Fakten zu fragen! Es kostet lediglich ein wenig Zeit – eine Investition, die sich später jedoch immer wieder auszahlt.

Ihre Ansprechpartner bei GALOMA und radiokreaktiv:

Raimund Conrad, Telefon 030/3230443230
Patrick Klemig, Telefon 030/3230443220
Jens Tippenhauer, Tel. 030/3230443240

Rebellen der Werbung

Link

Kann es tatsächlich sein, dass es Menschen gibt, die schon in früher Kindheit Anzeichen für ihre spätere Karriere offenbaren?

Ich selbst spürte schon sehr früh, dass ich eines Tages mal irgendwas mit Medien – und mit Radio im Speziellen – anstellen würde. Schon damals erfreute sich meine Umwelt meines Humors, der mir glücklicherweise erhalten blieb. Wenngleich man mich damals auch als „Kasper“ oder „Clown“ betitelte.

Einer meiner besten Freunde in der Schulzeit war ein sehr zuverlässiger und ehrlicher Typ. Jedoch hatte ich immer das Gefühl, dass er so etwas wie Beton im Kopf hat. Er ist später Maurer geworden und dies bis heute geblieben. Eine Freundin aus Kindheitstagen hat sich schon sehr früh für andere eingesetzt und sich mit viel Engagement für die Schwachen stark gemacht. Sie hat später Jura studiert und arbeitet heute als Rechtsanwältin für Familienrecht.

In letzter Zeit habe ich mich häufig gefragt, wie sehr unsere Herkunft Einfluss auf unser späteres Schaffen haben mag. Also habe ich mir überlegt, welche Biografie wohl ein Mensch haben könnte, der für die unangenehmen Ergebnisse meiner Branche zuständig ist. Jetzt zu lesen auf GALOMA.

Der Friedhof ist tot. Es lebe der Friedhof.

Es ist nicht lange her, da trieben sogenannte Anzeigen-Friedhöfe viele Zeitungskunden in die Arme der Vermarkter alternativer Medien. Schließlich sah man sein sauer verdientes Geld in Rauch aufgehen, wenn direkt neben der eigenen Anzeige der bitterste Konkurrent abgedruckt war. Im schlimmsten Fall sogar noch eine Spalte breiter und fünf Zeilen höher.

Mitte der 1990er Jahre profitierte davon besonders der neu entstandene lokale/regionale Hörfunk. Denn bei der Disposition der Werbeblöcke war es ein Leichtes, zwei Werbekunden der selben Branche akustisch voneinander zu trennen. Bevorzugt sogar in zwei unterschiedliche Werbeblöcke zu disponieren. Der Erfolg für die Werbekunden stellte sich häufig sehr kurzfristig ein – zum Leidwesen der Anzeigenverkäufer der Tageszeitungen.

Mit dem Hype neuer Medien prägt sich nun ein ähnliches Bild. Der KFZ-Handel tummelt sich kollektiv auf den Vermarktungsportalen im Netz der unbegrenzten Möglichkeiten. Der Möbel-Handel versenkt den Werbeetat in Adwords und auf den gängigen Einrichtungsportalen. Reiseveranstalter und Hotels schwimmen in den Haifischbecken der Online-Buchungsportale.

Führende Unternehmen schulen mittlerweile ihre Mitarbeiter in der professionellen Anwendung sozialer Netzwerke und investieren unglaubliche Summen, um regelmässige Updates und Follower zu generieren. Doch der Konsument straft die Wirtschaft zunehmend mit Ignoranz. Wegklicken und wegschauen ist schließlich eine der leichtesten Übungen. Nur derjenige, dem es gelingt mittels Originalität die volle Aufmerksamkeit des Zielpublikums zu erlangen, hat noch ein Chance auf Wahrnehmung. Aber nicht jeder kann es sich leisten, Stunt-Videos in feinster Hollywood-Qualität zu produzieren und mittels viraler Strategie unters Volk zu jubeln.

Deutlich preiswerter und somit auch für Mittelständler oder kleine Unternehmen finanzierbar, sind kreative und zielgerichtete Radiokampagnen. Benötigt man für die Produktion eines nachhaltig wirksamen Videos ganze Filmcrews, jede Menge Technik (auch wenn es häufig nicht so aussieht – aber auch das hat Methode) und mehrere Tage Zeit, so lässt sich ein Radiospot bequem innerhalb eines Tages fertigstellen. Voraussetzung für jede Kampagne ist natürlich eine griffige Idee und die professionelle Kampagnenplanung. Die Eingangs erwähnten Friedhöfe lassen sich im Radio nach wie vor geschickt vermeiden und gegen Aufpreis mittels Singlespot-Schaltungen sogar ganz aushebeln.

Und nach wie vor gilt unangefochten der gute alte Grundsatz: Weghören ist schwerer, als wegschauen!

Sale bei Deutschland – großer Räumungsverkauf wegen Staatsaufgabe

Das haben wir bereits im Sandkasten gelernt und sehr schnell verstanden: Wenn wir einen Eimer mit fünf Kilo Sand haben, drei Kilo ausschütten und nur zwei Kilo nachfüllen, dann können wir das nur begrenzt lange tun. Denn schon ganz bald wird unser Eimerchen ganz leer sein und dann können wir es uns auf den Kopf setzen, ohne dass die Haare ganz sandig werden.

So ähnlich scheint es derzeit um unsere schöne Republik zu stehen, wenn man all den drohenden Zeigefingern aus Washington und Brüssel glauben schenken darf. Denn von dort tönt es, Deutschland würde mehr ex-, als importieren. Folgen wir unserer Sandkastenlehre, dann ist unser schönes Land bald ganz ausverkauft. Alles weg. Leer. Nix mehr da. Kommt auch nicht mehr rein.

Mal ehrlich: Kann das denn logisch sein? Wir exportieren mehr, als wir reinholen? Und obendrein lassen wir uns auch noch den ganzen Krempel klauen, den wir nicht freiwillig verhökern. Und wir spenden auch ganz fleißig an all die armen Teufel in den Krisengebieten dieses Planeten. Dauert nicht mehr lange und wir stehen hier alle mit dem Spaten und schaufeln unser Erdreich und Gestein auf die großen Frachter. Aber: Wie tief dürfen wir eigentlich buddeln. Ab wann begeben wir uns denn in den Grenzbereich, in internationales Erdreich sozusagen?

Ich finde diesen Umstand ganz schön bedenklich. Und bevor hier alles weg ist und ich hier der letzte bin, biete ich mich einfach auch zum Verkauf an. Was ich besonders gut kann ist Radiowerbung – zur Not auch in China oder in den Arabischen Emiraten. Greifen Sie zu. Jetzt!

Unsichtbare Marken

Eine der liebsten Ausreden von Product-Managern, wenn sie ihr Desinteresse an Radiowerbung argumentieren wollen, lautet: „Mit Radio kann man keine Marke aufbauen. Das funktioniert ausschließlich über Bilder.“ Diesen Satz haben wir in den letzten zwanzig Jahren so häufig gehört, dass wir kurz davor waren, ihn selbst zu glauben.

Wie immer nehmen wir jedes Argument unserer Geschäftspartner ernst und achten um so sensibler auf Ursache und Wirkung in der Konsumwelt. Im Hinterkopf die Abstinenz der Markenkommunikation im Radio, haben wir in den vergangenen Jahren bewusst darauf geachtet, wie treffend diese Behauptung ist. Bis mir eines Tages in der U-Bahn eine blinde Frau auffiel, deren Handgelenk eine schicke Marken-Armbanduhr zierte. Auch das übrige Outfit der Dame war äußerst geschmackvoll gewählt und ließ es an bekannten Markenprodukten nicht mangeln.

Auf meine Frage, ob sie dieser Uhr die Zeit entnehmen könne, lächelte die Dame und schüttelte den Kopf. Die Uhr gefalle ihr einfach, lautete die Antwort. Endlich sah ich mich einem neuen Argument ein Stück näher und ergriff die Chance, die Dame nach ihrem Konsumverhalten und den damit verbundenen Absichten zu fragen. In den folgenden Minuten lernte ich sehr viel über das Markenverständnis von Menschen, die nicht auf Bilder reagieren. Nur weil man blind sei, bedeute das noch lange nicht, dass man in Sack und Asche herumlaufen müsse. Schließlich wolle man ja auch auf die Umwelt angenehm wirken und wisse um die Wirkung des Marken-Outfits. Und was schick sei und gute ankomme, davon würde man einfach „HÖREN“.

Endlich, da war es: Man kann also eine Affinität für die Marke entwickeln, ohne sie jemals gesehen zu haben.

Schauen wir uns also einmal um in der Welt der „Nichtsehenden“. Sie gehen einkaufen und fragen im Supermarkt gezielt nach Markenprodukten. Sie kleiden sich mit Marken, sie wohnen mit Marken und sie kennen die Marken. Und das alles nur vom HÖREN. Schließen Sie also die Augen und verlassen Sie sich einfach mal aufs Hören. Sie werden staunen, wie leicht man sich ein Markenbild nur vom Hören schaffen kann. Es ist also nur eine Frage der Krea(k)tivität.

B2B im Radio funktioniert nicht. Und die Erde ist eine Scheibe.

Unter Entscheidern hält sich seit vielen Jahren beständig das Gerücht, Radiowerbung im B2B-Bereich sei nicht möglich und die Streuverluste wären gigantisch. Denn immerhin arbeiten leitende Angestellte und Unternehmer überdurchschnittlich viel und haben in der Folge überhaupt keine Zeit, Radio zu hören.

Mit dieser Behauptung konfrontiert, haben wir uns vorrangig mit zwei Fragen beschäftigt:

1. Woher stammt diese Behauptung?

Und

2. Was unterscheidet eben diese Personengruppe vom Rest der Bevölkerung?

Zunächst einmal lässt sich feststellen, dass Menschen in Führungspositionen mindestens seit der Wirtschaftswunderzeit des vergangenen Jahrhunderts beständig der Ansicht sind, sie alleine würden die fortwährende Rotation der Erdkugel gewährleisten. Daraus resultierend arbeiten Führungskräfte ungefähr 28 Stunden pro Tag ohne Unterlass und haben weder Zeit noch Muße, sich der Medienwelt zu widmen. Diese Einbildung wird seit Jahrzehnten in ungeschriebenen Testamenten an nachfolgende Führungsgenerationen vererbt.

Unbenommen ist die Tatsache, dass viele Menschen in Chefetagen mehr Zeit in ihren Arbeitsalltag investieren, als beispielsweise ein Angestellter mit geregelter Arbeitszeit.

Womit Frage 1 und Frage 2 für diesen Beitrag ausreichend beantwortet sein dürften. (Der Autor dieses Beitrags ist übrigens selbst Entscheider)

Widmen wir uns jedoch der Frage, wie denn der Chef morgens in die Firma gelangt und abends nach Hause, stellen wir nicht selten fest: Es ist das Auto. Ausgestattet mit allerlei Assistenzfirlefanz und natürlich mit Entertainment- und Bose Soundsystem. Schon im ersten Meeting mit dem Boss erfährt man, dass er für die frühe Tageszeit erstaunlich gut über die aktuelle Situation unseres Planeten informiert ist. Nachgefragt, woher denn diese Kenntnis stamme, erfährt man vor allem eines: Der Chef macht im Auto nichts anderes, als der Mitarbeiter aus der Logistik – in der Nase bohren und Radio hören. Erwischt!

Genau diesen Tatbestand nutzen wir seit vielen Jahren erfolgreich. Denn der Forschung sei Dank, können wir auf Zahlen zugreifen, die uns Aufschluss darüber bescheren, zu welcher Tageszeit und auf welcher Sendefrequenz Werbung im B2B-Bereich sinnvoll und effizient ist. Auch die Vermarkter der Radiosender haben diesen Umstand mittlerweile begriffen und für eben diese Zielgruppe massgeschneiderte Senderkombis zusammengestellt. Bei den öffentlich-rechtlichen Sendern gibt es mittlerweile 10 Stationen bundesweit, die zur Entscheider-Kombi der ARD gezählt werden. Auf diesen Frequenzen werben seit Jahren unter anderem die Hersteller von Nutzfahrzeugen (Mercedes-Benz, Volkswagen, IVECO etc.) und diverse Printmedien.

Bereits Ende der 1990er Jahre wurde ich beauftragt, in Hessen Radiowerbung für Traktoren des finnischen Herstellers Valtra zu schalten. Zielgruppe: 100 Prozent Landwirte. Zielgruppenanteil im Radio: Nicht messbar.

In derartigen Fällen greife ich gerne auf die einfachste Möglichkeit zurück. Kurzerhand habe ich diverse Landwirte angerufen oder einfach unterwegs auf der Landstraße angesprochen und gefragt wann, wo und wie sie Radio hören. Die Ergebnisse waren herausragend. Denn recht schnell zeichnete sich ab, dass die meisten Landwirte in der Kabine ihrer Landmaschinen bestens ausgerüstet sind und überwiegend hr4 oder hr3 hörten. Im Spot haben wir Probefahrten am Sonntag beworben – mit dem Ergebnis, dass schon nach kurzer Zeit nur noch gegen Voranmeldung Probefahrten möglich waren, da der Ansturm sonntags zu groß wurde.

Radio funktioniert. Man muss es nur wollen.

Gefällt mir gefällt nicht mehr

Jetzt ist es soweit: Der große Social-Media-Bottich ist randvoll und droht endgültig überzulaufen. In der Folge müssen die Verantwortlichen immer häufiger Ventile öffnen, um die Katastrophe zu verhindern – und programmieren damit Kollateralschäden, die sie selbst in arge Bedrängnis bringen.

Eine der Kernaufgaben unseres täglich Brot ist es, die Entwicklung der Medien zu beobachten, Trends frühzeitig zu erkennen und unseren Kunden rechtzeitig zu signalisieren, an welcher Stelle die Reißleine zu finden ist. Im vergangenen Januar haben darauf aufmerksam gemacht, das Soziale Netzwerke das Potenzial zum Blender haben. Viele Verantwortliche in der Werbung haben sich zu eifrigem Aktionismus hinreißen lassen, gewaltige Etats aus nach wie vor effektiv arbeitenden Medien abgezogen und in soziale Netzwerke investiert.

Nun gibt es greifbare Daten und Focus Korrespondent Dr. Holger Schmidt erklärt in seinem Beitrag anschaulich, was derzeit auf Facebook passiert: Algorithmen werden regelmäßig verändert und an die zunehmende Flut der Statusupdates angepasst. In der Folge erreicht nur noch ein Bruchteil der News die Nutzer und die Engagement-Rate fällt ins Bodenlose. So hat dieser Wert bei Mezut Özil innerhalb der letzten zwölf Monate 78% verloren, McDonalds verlor 66%. Die Engagement-Rate kann man als ähnliche Währung betrachten, wie beispielsweise die Hördauer im Radio. Je unattraktiver ein Programm wird, umso geringer ist das Interesse der Nutzer. Der Wert des Mediums verliert an Gewicht.

Katastrophenverhinderer

Das Angebot verfügbarer Medien ist in den vergangenen Jahren enorm gewachsen. Mit der zunehmenden Vielfalt wächst auch die Unsicherheit unter denjenigen Damen und Herren, die den richtigen Kanal oder den optimalen Mix für ihre Kampagne zu wählen haben. Denn im Gegensatz zur Medienvielfalt sind die Werbe-Etats der Unternehmen nicht oder nur geringfügig gewachsen. Oft sogar geschrumpft.

Spätestens seit soziale Netzwerke in den Augen Vieler an erster Stelle rangieren, sind auch die Etatverantwortlichen in den Werbeabteilungen häufig der Ansicht, man könne auf einen Großteil des monetären Einsatzes verzichten. Denn schließlich ist die Nutzung von Fanpages bei Facebook und Co ja umsonst und man muss nur zusehen, dass man jede Menge Freunde findet, die eine Marke oder ein Event so cool finden, dass sie den „gefällt-mir“ Button klicken und alles weiterpetzen. Da auch Marketingverantwortliche „Freunde“ sind und gegenüber ihren Geschäftsleitungen in der Pflicht stehen, setzen sie häufig auf den sozialen Flächenbrand – in der Hoffnung, einen Megahype auszulösen, der obendrein nicht einmal Geld kostet.

Das haben offenbar auch schon die Vermarkter großer Plakatflächen zu spüren bekommen, weshalb dann auch oft ganze Dekaden verschenkt werden, um die Plaktawand am Ende der gebuchten Zeit nicht verwaisen zu lassen. Ebenso trifft es mittlerweile die Anzeigenabteilungen der Tageszeitungen, die in der Folge den Schulterschluss mit anderen Medien suchen, um crossmediale Bündel zu verkaufen – und dabei nicht selten extreme Rabattschlachten auslösen. Da bleibt dann auch schonmal ein großes Blatt auf der Strecke – wie jüngst die Frankfurter Rundschau bitter erfahren musste.

Aber: Was passiert, wenn die Facebook-Gemeinde nicht gehorcht und nicht bereit ist Tickets zu kaufen oder den neuen Energy-Drink nur konsumiert, wenn es eine Gratisprobe gibt?

Dann freuen sich die Macher von Radiospots und Vermarkter von Sendezeiten. Denn zunehmend stellen wir fest, dass alles „liken“ dieser Welt zu keinem befriedigenden Ergebnis führt. Kein Wunder, wenn mir täglich 25 Events schmackhaft gemacht werden, die man „keinesfalls verpassen sollte“. In solchen Fällen werden wir dann oft schon früh morgens bei unserem wach machenden Kaffee aufgeschreckt und mit dem Problem konfrontiert: „Wir haben heute Abend ein Event und der Vorverkauf ist nicht so gelaufen“ oder „Unser Katzenfutter hat sich am Markt einfach noch nicht so durchgesetzt, wie wir das erwartet haben“. „Wir müssen jetzt schnellstmöglich ins Radio. Am besten noch heute. Kriegen Sie das hin?“.

Und ob wir das hinkriegen! Denn schließlich ist Radio nach wie vor DAS schnelle Medium. Und an guten Ideen für die Gestaltung des Spots mangelt es uns auch nicht. Noch bevor wir ans Texten gehen, buchen wir Sendezeiten bei den relevanten Sendern für den Start ab Mittag, bestellen Sprecher und/oder Sprecherinnen ins Studio und setzen die wichtigen Deadlines. Nicht selten gelingt es uns innerhalb von drei Stunden auf Sendung zu gehen, glühende Kohlen aus dem Feuer zu holen und das Desaster zu verhindern. Auch die Katzenfutter-Promo-Tour ist auf diese Weise ins Ohr der Katzenfreunde gelangt und konnte erfolgreich gestartet werden.

Ja ja, das gute alte Radio…

MA 2013 / II. Ausgerechnet. Nachgerechnet.

Die MA 2013 / II ist da. Und mit ihr sind wieder alle Sender überragende Marktführer. Aber ein in der Pressemitteilung kommuniziertes Plus von 30.000 Hörern (den Sternchentext fügen wir hier mal direkt an: Mo. – Fr., 6 – 18 Uhr) muss nicht bedeuten, dass 30.000 Hörer mehr durchweg den Sender einschalten. Da Radiosender in dieser Mediaanalyse in 3 Tageskategorien (Montag bis Freitag, Samstag, Sonntag) analysiert werden, sollte hier genau nachgerechnet werden. Vor allem das Wochenende ist für einige Branchen von großer Bedeutung. Was also, wenn Sender X von Montag bis Freitag 30.000 Hörer zulegt, aber am Wochenende 40.000 Hörer verliert? Wir haben uns den Berlin / Brandenburger Radiomarkt genau angeschaut und nachgerechnet.

 

Sender Mo. – Fr. Sa. So. Gesamt
94,3 rs2 -07 +11 -19 -15
98.8 KISS FM +08 +20 -43 -15
100,6 FluxFM +02 +-0 +03 +05
104.6 RTL -18 -49 +90 +23
105’5 Spreeradio +02 -24 +47 +21
Antenne Brandenburg -01 -71  – -72
BB RADIO -03 +36 +13 +46
Berliner Rundfunk 91.4 -10 -36 +15 -31
ENERGY Berlin +17 -17 -10 -10
Fritz +06 +13  – +19
Inforadio +02 -29  – -27
JAM FM Berlin +07 -34 -35 -62
JazzRadio -03 -04 +04 -03
Klassik Radio Gebiet Berlin +07 +06 +23 +36
radioBERLIN 88,8 +01 -12  – -11
radio B2 +03 +01 +05 +09
Radio Cottbus -06 +01 +-0 -05
radioeins +32 -40  – -08
Radio Paradiso +02 +03 -02 +03
Radio TEDDY +16 -29 +04 -09
STAR FM 87.9 +28 -19 +08 +17

 

Was lernen wir aus dieser Tabelle? Nicht jeder Sender, der viel gewonnen hat, hat auch insgesamt viel gewonnen. KissFM titelt in der Pressemitteilung mit dem besten MA-Ergebnis aller Zeiten. Mag sein, in der Gesamtbetrachtung hat KissFM allerdings 8.000 Hörer verloren. radio B2 feiert ein Drittel mehr Hörer und gewinnt von Montag bis Sonntag auf der ganzen Linie. Aber: Die Gesamthörerzahl ist trotzdem sehr gering.

Eine Interpretation der MA 2013 / II für den Berliner Radiomarkt und Tipps zum Umgang mit speziell diesen Zahlen finden Sie in diesem Blogbeitrag.