Plus+Plus+Minus oder Minus+Plus+Minus?

Wenige Tage, nachdem in Berlin die Schüler von der 1. bis zur 12. Klasse ihre Schulzeugnisse erhalten haben, bekommen auch die deutschen Radiomacher ihre Zeugnisse. Nicht von Pädagogen, sondern von denen, für welche das Programm gemacht wird: Den Hörern.

Bis 9 Uhr stellen sich in den Redaktionen und Programmdirektionen viele Fragen: Ist die Mainstream Musikmischung aus staubigen Evergreens und 12 Monate altem „Hit von heute“ noch zeitgemäß? Hat es sich gelohnt zum 13. Mal die Major-Promotion „XXX zahlt deine Rechnung!“ auszugraben? Wie innovativ und hörernah ist das Programm? Fragen, über Fragen, auf die es vielleicht heute die eine oder andere Antwort gibt.

Je nach Ergebnis feiern die Sender sich selbst. Oder schweigen. Als Agentur für Radiowerbung aus Berlin interessiert uns besonders, wie die Sender im Detail abgeschnitten haben. Ein Plus von XX.000 Hörern (Durchschnittsstunde Mo. – Fr., 6 – 18 Uhr) muss nicht bedeuten, dass auch XX.000 Personen mehr den Sender einschalten.

Radiosender werden in der Mediaanalyse in 3 Tageskategorien (Montag bis Freitag, Samstag, Sonntag) analysiert. Daher sollte hier genau hingeschaut werden, bevor voreilige Schlüsse über Erfolg oder Misserfolg gezogen werden. Vor allem das Wochenende ist für einige Branchen von großer, werblicher Bedeutung. Was also, wenn Sender X von Montag bis Freitag XX.000 Hörer zulegt, aber am Wochenende XX.000 Hörer verliert? Wir haben den Berlin / Brandenburger Radiomarkt genau analysiert.

 

Sender Mo. – Fr. Sa. So. Gesamt
94,3 rs2 +-0 -11 +-0 -11
98.8 KISS FM -08 +29 -11 +10
100,6 FluxFM +05 +05 -08 +02
104.6 RTL +08 +11 -56 -37
105’5 Spreeradio -12 -10 -22 -44
Antenne Brandenburg -04 +40  – +36
BB RADIO +22 -29 +-0 -07
Berliner Rundfunk 91.4 +-0 -08 -22 -30
ENERGY Berlin -06 +04 -01 -03
Fritz +05 -05  – +-0
Inforadio -07 +06  – -01
JAM FM Berlin +05 +13 -05 +13
JazzRadio -01 +01 -04 -04
Klassik Radio Gebiet Berlin -08 -19 -33 -60
radioBERLIN 88,8 -03 -11  – -14
radio B2 +05 +05 +13 +23
Radio Cottbus +02 +11 -08 +05
radioeins -30 +11  – -19
Radio Paradiso -01 +13 +01 +13
Radio TEDDY -01 -01 +01 -01
STAR FM 87.9 -22 -04 -17 -43

 

Was lernen wir aus dieser Tabelle? Der Berliner Rndfunk hält seine Hörerschaft von Montag bis Freitag mit +-0 konstant, verliert aber insgesamt trotzdem 30.000 Hörer durch einen starken Abfall am Sonntag. Fritz vom rbb verliert 5.000 Hörer von Montag bis Freitag, verliert aber selbige Anzahl am Samstag und hält damit seine Hörerzahl. So können wir diese Interpretation endlos fortsetzen und kommen trotzdem zum gleichen Fazit: Erst genau hinschauen, dann urteilen!

Sie sind Werbetreibender und wünschen, dass wir Ihren Radiomarkt vor Ort genauso detailliert betrachten? Machen wir!

MA 2014/I – die Reichweiten der Sender

Darauf wartet die Branche zweimal jährlich unter Hochspannung: Die Veröffentlichung der Medienanalyse Funk. Heute wurde die MA 2014/I bekannt gegeben. Ob Ihre Werbung auf den Wellen der Gewinner oder der Verlierer schwappt, erläutern wir Ihnen gerne individuell. Unseren ersten Kommentar an dieser Stelle, können wir uns natürlich wie immer nicht sparen.

Zunächst einmal: Die Zahlen der MA im Frühjahr sind eher als eine Halbzeitwertung zu betrachten. Die weitaus wichtigere Veröffentlichung erfolgt im Sommer. Denn auf Basis der Zahlen der zweiten MA werden die Tarife für das Folgejahr kalkuliert. Es hat also wenig Sinn, jetzt in Panik zum Telefon zu greifen und gegebenenfalls beim Vermarkter nach zu verhandeln, weil der gebuchte Sender an Reichweite eingebüsst hat.

Grundsätzlich kann man zunächst attestieren, dass die Hörfunknutzung weiterhin stabil ist. Von 73.360.000 deutschsprachigen Personen ab 10 Jahre in Deutschland hören 68.925.000 regelmässig Radio. Die ist bestimmt das wichtigste Argument, um Radio in den Werbebaukasten aufzunehmen bzw. beizubehalten. Die fehlenden 4,4 Millionen sind entweder taub oder verzichtbar. Oder beides.

Schauen wir auf die großen Gewinner und Verlierer montags bis freitags: Freude dürfte am Aschermittwoch in Köln herrschen. WDR 2 konnte im genannten Zeitraum die Gunst von 51.000 zusätzlichen Ohrenpaaren in der ø-Stunde gewinnen. Tränenreich wird der Tag vermutlich in Bayern begangenen, da BAYERN 3 sich von 47.000 Hörern und Hörerinnen verabschieden musste (Kopf hoch, liebe BRler – das kann im Sommer schon wieder ganz anders aussehen). Betrachten wir die Veränderungen montags bis freitags dagegen in Prozentwerten, werden in Berlin bei Radio B2 vermutlich die Korken knallen. Denn aus dem Stammhaus der Schlagerfeunde trieft der Schmalz nun in die Ohren von weiteren 58 Prozent. Das entspricht einem Zuwachs von 7.000 Pop-, Rock-, House- und Klassik-Verweigerern in der ø-Stunde. Ob dieser Wert jedoch ausreicht, um tatsächlich spürbaren Werbedruck zu generieren, dürfte fraglich sein. Schmerzliche Verluste dagegen musste ENERGY Sachsen hinnehmen. Minus 32,6 Prozent machen sich auch in Tausendern schmerzhaft bemerkbar, wenn man sich von 28.000 Hörern verabschieden muss.

Unerlässlich bleibt für GALOMA/radiokreaktiv nach wie vor der Blick auf die Einzelstunden und auf die Differenzen zwischen Montag – Freitag und Samstag/Sonntag. Denn dort können sich teilweise gewaltige Veränderungen ergeben, die für jede weitere Planung relevant sind. Gespannt warten wir wie immer auch auf die Veränderungen in der VuMA, der für unsere Kunden unverzichtbaren Medien- und Konsumanalyse, mit der wir Volltreffer in der Werbung annähernd garantieren können.

Scheuen Sie sich nicht, nach den für Ihren Werbetopf wichtigen Fakten zu fragen! Es kostet lediglich ein wenig Zeit – eine Investition, die sich später jedoch immer wieder auszahlt.

Ihre Ansprechpartner bei GALOMA und radiokreaktiv:

Raimund Conrad, Telefon 030/3230443230
Patrick Klemig, Telefon 030/3230443220
Jens Tippenhauer, Tel. 030/3230443240

Vertrieb durch die Hintertür

Wenn Ihr Vertriebsmitarbeiter es nicht schafft, Ihr Produkt im Handel listen zu lassen, können Sie Ihren Vertriebsmitarbeiter vor die Tür setzen – oder sich selbst fragen, was Sie zu seiner Unterstützung beitragen können. Sollte Ihnen dazu keine passende Antwort einfallen, hier haben wir eine für Sie:

Es begab sich zu einer Zeit, als der damalige Hersteller des Fliesenklebers Ardal verzweifelt versuchte, seinen Klebstoff in den Regalen der Baumärkte unterzubringen. Die Außendienstler von Ardal wurden reihenweise von den Marktleitern abgewiesen. Häufigste Begründung: Man sei bereits bestens aufgestellt in diesem Segment.

Doch so einfach wollten die Ardal-Macher nicht aufgeben. Schließlich war man der Überzeugung, dass speziell für den Außenbereich ein deutlich besseres und frostsicheres Produkt aus den Ardal-Produktionshallen befördert wurde. Die positiven Argumente verpackten wir in einen amüsanten Radiospot, den wir mit dem Satz enden ließen „Nur im gut sortierten Fachhandel“. Anschließend schickten wir den Spot für vier Wochen auf die Funkwellen ausgesuchter Sender, deren Hörerschaft zum großen Teil von Hauseigentümern geprägt ist. Diese Zielgruppe lässt sich bequem mittels VuMA selektieren.

Das Echo des „gut sortierten“ Fachhandels ließ nicht lange auf sich warten. Bereits nach wenigen Tagen reagierten einige Filialbetreiber auf die einsetzende Nachfrage seitens der Verbraucher. Nicht selten sah sich nun so mancher Marktleiter mit dem Vorwurf konfrontiert, sein Markt sei eben nicht gut sortiert, wenn man dort keinen Ardal-Fliesenkleber kaufen könne. Diesem Vorwurf wollte man sich nicht länger aussetzen und gab sich geschlagen.

In ähnlicher Weise haben wir seither zahlreiche Produkte in den gut sortierten Drogeriemarkt, den gut sortierten Baustoffhandel, das gut sortierte Kühlregal oder in den gut sortierten Zeitungskiosk befördert. Produkte wie Unicare (Kontaktlinsenpflege), Rheinzink Dachentwässerung und Attends (Produkte bei Inkontinenz und Blasenschwäche), um nur einige zu benennen.

Ihrem Erfolg können wir auf die Sprünge helfen…

… oder Sie schauen einfach
zu, was andere machen.
Die Klöbers

Das Fenster, das niemand sieht

Was machen Sie eigentlich, damit Ihr Laden läuft? Social Media? Fernsehwerbung? Flyer? Anzeigen? Oder sind auch Sie der Ansicht, dass Werbung in öffentlichen Verkehrsmitteln unschlagbar ist, weil das Publikum da ja nicht weg kann?

Als Kreativer sollte man sich von Zeit zu Zeit dorthin begeben, wo auch die Zielgruppen seiner Kunden sich aufhalten. Denn nur auf diese Weise kann man verstehen, was die Menschen interessiert und wie sie sich verhalten. Da diese direkte Observation wesentlich aktueller ist, als jede Sozialstudie, habe ich in den vergangenen Wochen ergänzend zum Einkauf beim Discounter auch mehrfach die Berliner U-Bahn genutzt, um von A nach B zu gelangen. Nicht zuletzt, weil ein befreundeter Komiker gefragt hat, ob es nicht sinnvoll wäre, einen Spot für seine Auftritte im Berliner-Fenster – dem U-Bahn-TV – zu schalten.

An mehreren Tagen saß ich nun also in den polternden Wagen der U1, der U2, der U6, der U7, der U8 und vermutlich einiger weiterer Linien. Bevorzugt wählte ich die Züge der älteren Baureihen, die bereits umfangreich mit den Monitoren des Berliner Fensters ausgerüstet sind. Ich beobachtete meine Mitreisenden lang und genau, um festzustellen, womit sie sich während ihrer Reisen durch den Berliner Untergrund beschäftigen. So zählte ich zwischen zwei Stationen 37 Mitreisende. Davon waren 19 mit ihren Smartphones beschäftigt, 2 brüteten über Akten, 7 lasen Zeitung, 2 lösten Sodokus bzw. Kreuzworträtsel, 4 wischten auf ihren Tablets herum, einer schlief und 3 weitere waren in eine Unterhaltung vertieft, in einer nicht zu identifizierenden Sprache. Später befanden sich in einem anderen Zug 14 Mitreisende, von denen 2 hoffnungslos betrunken und demzufolge nicht aufnahmefähig waren, 6 waren mit ihren Smartphones beschäftigt, 2 schliefen (vielleicht waren sie aber auch tot…), 1 Frau las ein Buch, 2 Männer die Boulevardpresse. Einer jedoch, ja EINER glotzte auf den Monitor des Berliner Fensters.

Diese Statistik könnte ich nun in ähnlicher Form für sämtliche U-Bahnfahrten fortsetzen. Vielmehr beschäftigt mich jedoch die Frage, woher der Vermarkter des Berliner Fensters die Mediadaten in seiner Preiskalkulation nimmt. Der tatsächliche Gewinn meiner Reise durch den Untergrund besteht jedoch darin, dass ich nun weiß, womit sich die Berliner beschäftigen, wenn Sie im öffentlichen Personennahverkehr unterwegs sind. Daraus lässt sich auf jeden Fall etwas machen. Und von den Spotschaltungen für den Komiker im Berliner Fenster lassen wir mal besser die Finger…

Der Friedhof ist tot. Es lebe der Friedhof.

Es ist nicht lange her, da trieben sogenannte Anzeigen-Friedhöfe viele Zeitungskunden in die Arme der Vermarkter alternativer Medien. Schließlich sah man sein sauer verdientes Geld in Rauch aufgehen, wenn direkt neben der eigenen Anzeige der bitterste Konkurrent abgedruckt war. Im schlimmsten Fall sogar noch eine Spalte breiter und fünf Zeilen höher.

Mitte der 1990er Jahre profitierte davon besonders der neu entstandene lokale/regionale Hörfunk. Denn bei der Disposition der Werbeblöcke war es ein Leichtes, zwei Werbekunden der selben Branche akustisch voneinander zu trennen. Bevorzugt sogar in zwei unterschiedliche Werbeblöcke zu disponieren. Der Erfolg für die Werbekunden stellte sich häufig sehr kurzfristig ein – zum Leidwesen der Anzeigenverkäufer der Tageszeitungen.

Mit dem Hype neuer Medien prägt sich nun ein ähnliches Bild. Der KFZ-Handel tummelt sich kollektiv auf den Vermarktungsportalen im Netz der unbegrenzten Möglichkeiten. Der Möbel-Handel versenkt den Werbeetat in Adwords und auf den gängigen Einrichtungsportalen. Reiseveranstalter und Hotels schwimmen in den Haifischbecken der Online-Buchungsportale.

Führende Unternehmen schulen mittlerweile ihre Mitarbeiter in der professionellen Anwendung sozialer Netzwerke und investieren unglaubliche Summen, um regelmässige Updates und Follower zu generieren. Doch der Konsument straft die Wirtschaft zunehmend mit Ignoranz. Wegklicken und wegschauen ist schließlich eine der leichtesten Übungen. Nur derjenige, dem es gelingt mittels Originalität die volle Aufmerksamkeit des Zielpublikums zu erlangen, hat noch ein Chance auf Wahrnehmung. Aber nicht jeder kann es sich leisten, Stunt-Videos in feinster Hollywood-Qualität zu produzieren und mittels viraler Strategie unters Volk zu jubeln.

Deutlich preiswerter und somit auch für Mittelständler oder kleine Unternehmen finanzierbar, sind kreative und zielgerichtete Radiokampagnen. Benötigt man für die Produktion eines nachhaltig wirksamen Videos ganze Filmcrews, jede Menge Technik (auch wenn es häufig nicht so aussieht – aber auch das hat Methode) und mehrere Tage Zeit, so lässt sich ein Radiospot bequem innerhalb eines Tages fertigstellen. Voraussetzung für jede Kampagne ist natürlich eine griffige Idee und die professionelle Kampagnenplanung. Die Eingangs erwähnten Friedhöfe lassen sich im Radio nach wie vor geschickt vermeiden und gegen Aufpreis mittels Singlespot-Schaltungen sogar ganz aushebeln.

Und nach wie vor gilt unangefochten der gute alte Grundsatz: Weghören ist schwerer, als wegschauen!

Sale bei Deutschland – großer Räumungsverkauf wegen Staatsaufgabe

Das haben wir bereits im Sandkasten gelernt und sehr schnell verstanden: Wenn wir einen Eimer mit fünf Kilo Sand haben, drei Kilo ausschütten und nur zwei Kilo nachfüllen, dann können wir das nur begrenzt lange tun. Denn schon ganz bald wird unser Eimerchen ganz leer sein und dann können wir es uns auf den Kopf setzen, ohne dass die Haare ganz sandig werden.

So ähnlich scheint es derzeit um unsere schöne Republik zu stehen, wenn man all den drohenden Zeigefingern aus Washington und Brüssel glauben schenken darf. Denn von dort tönt es, Deutschland würde mehr ex-, als importieren. Folgen wir unserer Sandkastenlehre, dann ist unser schönes Land bald ganz ausverkauft. Alles weg. Leer. Nix mehr da. Kommt auch nicht mehr rein.

Mal ehrlich: Kann das denn logisch sein? Wir exportieren mehr, als wir reinholen? Und obendrein lassen wir uns auch noch den ganzen Krempel klauen, den wir nicht freiwillig verhökern. Und wir spenden auch ganz fleißig an all die armen Teufel in den Krisengebieten dieses Planeten. Dauert nicht mehr lange und wir stehen hier alle mit dem Spaten und schaufeln unser Erdreich und Gestein auf die großen Frachter. Aber: Wie tief dürfen wir eigentlich buddeln. Ab wann begeben wir uns denn in den Grenzbereich, in internationales Erdreich sozusagen?

Ich finde diesen Umstand ganz schön bedenklich. Und bevor hier alles weg ist und ich hier der letzte bin, biete ich mich einfach auch zum Verkauf an. Was ich besonders gut kann ist Radiowerbung – zur Not auch in China oder in den Arabischen Emiraten. Greifen Sie zu. Jetzt!

Die nachträgliche Vorschau im Radio

Das Radio gehört zu den aktuellsten Medien unserer Zeit. Selbst wer im Auto sitzt und sich ausnahmsweise auf den Straßenverkehr konzentriert, wird Dank Radio über den aktuellen Zustand unseres Planeten schnell informiert. Vorausgesetzt, der Absender nutzt die Möglichkeiten dieses Mediums optimal…

Es ist Samstagmorgen. Aus dem Radio tönen Musik, Werbung und Nachrichten. Mitten im Programm wird dann ein Trailer geschaltet, der auf eine Party des Senders verweist. Klingt verlockend. Am Ende des Trailers heißt es dann: „… am 9. November, 20 Uhr!“. Das klingt ganz danach, dass man sich noch jede Menge Zeit lassen kann, wenn man ein Ticket im Vorverkauf erstehen möchte. Neunter November – das klingt weit weg. Ich gehe einfach mal davon aus, dass mich der Sender auf dem Stand der Dinge hält und mich nochmals daran erinnert, dass es langsam knapp wird, wenn ich dabei sein will.

Doch schon am nächsten Tag folgt die Ernüchterung – denn der 9. November war ja schon gestern. So was Blödes…

Was ist schief gelaufen?

Bei der Produktion des Trailers haben es sich die Verantwortlichen offenbar sehr bequem gemacht und die großartigen Möglichkeiten ihres Mediums mit Füssen getreten. Ein fataler Fehler, wie er nur allzu häufig vorkommt. Es sind nur wenige Handgriffe, Radiospots und Trailer bei der Produktion von vorn herein aktuell zu gestalten. Dabei hätte im zuvor beschriebenen Trailer der „9. November“ lediglich gegen “ diesen Samstag“, „morgen“ und „heute“ ausgetauscht werden müssen. Somit hätte man an jedem Tag, den der beworbene Termin näher rückt, einen aktuellen Trailer zur Verfügung gehabt und würde sein Publikum optimal informieren. Ferner dürfte mit deutlich mehr Publikumsverkehr während der Veranstaltung gerechnet werden.

Als Werbekunde sollten Sie Wert darauf legen, dass bei der Produktion Ihres Spots auf die Aktualität Rücksicht genommen wird. Dieser Service wird von radiokreaktiv/GALOMA schon seit vielen Jahren ohne Mehrkosten geboten und in den Mediaplänen berücksichtigt. Ein weiterer Vorzug des aktualisierten Spots bzw. Trailers ist, dass „morgen“ und „heute“ durchaus eine Sekunde kostbare Sendezeit sparen können. Auf diese Weise können an zwei Tagen problemlos mehrere hundert Euro eingespart werden.

Was kostet Radiowerbung?

Täglich werden wir mit der Frage nach den Kosten für Radiowerbung konfrontiert. Diese Frage ist jedoch ähnlich leicht zu beantworten, wie die Frage nach dem Preis für ein Auto. Was darf es denn sein? Ein Dacia oder ein Bugatti?

Anhand verschiedener Beispiele möchten wir einen Versuch unternehmen, Ihnen eine Vorstellung von Investment und Erfolg zu vermitteln.

Beispiel 1: Ein Berliner Parketthandel und Verlegebetrieb hat diesbezüglich eine sehr eigene Vorgehensweise, die sich dennoch für das Unternehmen ausgezahlt hat. Entsprechend der Auslastung seines Terminkalenders, steuert der Inhaber seine Spotschaltungen auf radioBERLIN 88,8. Sind deutlich weiße Stellen im Auftragsbuch zu erkennen, schaltet das Unternehmen seinen Radiospot zwischen vier und sechsmal donnerstags und freitags in den preisgünstigen Abendstunden ein. In der Folge ist am Samstagvormittag mit 20 bis 30 Kunden im Showroom zu rechnen, die den Verlege-Kalender für die nächsten 8 bis 12 Wochen füllen.

Spotlänge: 30 Sekunden
Investition Media: 400 – 700 Euro, im Rhythmus 2 bis 3 Monate
Spotproduktion: 1.200 Euro einmalig, inkl. Konzeption, 1 Sprecher, Musik, zeitlich unbegrenztes Nutzungsrecht für den Spot.

Beispiel 2: Der Veranstalter einer jährlich stattfindenden Aquaristik-Ausstellung im Ruhrgebiet schaltet auf Radio Dortmund 91,2 in der Woche vor der Veranstaltung und an den Messetagen 14 Spots. Die Vorankündigung wird in den Abendstunden ab 18.00 Uhr geschaltet, an den Messetagen im Tagesverlauf. Der Erfolg ließ den Veranstalter zum Wiederholungstäter werden.

Spotlänge: 15 Sekunden
Investition Media: ca. 750 Euro
Spotproduktion: 150 Euro für den Spot inklusive 1 Sprecher bei angeliefertem Skript

Beispiel 3:
Mit Aufnahme der Flugroute Berlin – New York beauftragte uns Continental Airlines (United) mit der Produktion einer Spotserie und der Schaltung der Spots über den Zeitraum von 12 Wochen auf radioeins. Die Spots wurden montags bis samstags mit einer Frequenz von 2 bis 3 pro Tag in den Zeiten von 06.00 bis 11.00 Uhr und von 13.00 bis 19.00 Uhr geschaltet. Insgesamt wurden ca. 200 Spots gebucht. Schon vor Ablauf der Kampagne waren sämtliche Flüge auf der Route für 5 Monate ausgebucht – obwohl Konkurrent Delta die selbe Strecke rund 300 Euro günstiger anbot. Weitere Werbemassnahmen wurden in diesem Zeitraum nicht durchgeführt.

Spotlängen: 35 Sekunden
Investition Media: ca. 80.000 Euro
Spotproduktion: 5.800 Euro für 3 Spotmotive inkl. Konzeption, je 3 Sprecher, Geräuschatmo, Musik und Verwertungsrecht für 1 Jahr

Es bleibt schwierig, eine klare Antwort auf die Frage nach den Kosten für Radiowerbung zu geben. In Deutschland gibt es mehr als 400 Radiostationen, die rund um die Uhr unterschiedlichste Sekundenpreise anbieten. Die Sekundenpreise sind in fast allen Fällen davon abhängig, wie viele Hörer der Sender in der entsprechenden Sendestunde erreicht. Grundsätzlich sollten wir Ihr Anliegen individuell besprechen und gemeinsam mit Ihnen überlegen, in welchem Umfang Ihre Radiowerbung durchgeführt werden kann.

Fragen Sie uns! Wir sind zutraulich, unabhängig, aufrichtig – aber auch schonungslos ehrlich.

Die Tränendrüse der Bio-Branche

Aus dem Tagebuch eines Texters

Liebes Tagebuch,

gestern bekam ich wieder einmal den Auftrag, einen Text für einen Radiospot zu schaffen. Das ist eigentlich etwas, das ich mit sehr viel Leidenschaft erledige.

Voller Freude stürzte ich mich also auf die Lektüre des Briefings. Der Auftraggeber aus der Bio-Branche – nennen wir ihn mal „Rumpelstilzchen“ – möchte getrocknete Früchte an die Konsumenten bringen. Die kommen aber nicht irgendwo her, sondern stammen aus dem seit etlichen Jahren eigenen, sozial und partnerschaftlich geführten Projekt mit Bauern in Anatolien. Die anatolischen Bauern werden also nicht unterdrückt, verarscht und unterbezahlt, sondern sie werden fürstlich entlohnt und ihre sämtlichen Befindlichkeiten stehen voll im Fokus des abendländischen Partners, der sich daraus resultierend nicht nur einhundert Prozent biologisch erzeugter Trockenfrüchte erfreuen darf. Nein, darüber hinaus hat das total sozial eingestellte Rumpelstilzchen auch noch ein voll sauberes Gewissen! Und das ist es, was jetzt in den Radiospot soll.

Wen interessiert denn, ob diese dämlichen Trockenfrüchte schmecken oder ob sie gut sind für die ausgewogene Ernährung? Warum sollten wir den Konsumenten denn einen Tipp geben, wie lecker das Müsli sein könnte, wenn Mann oder Frau ein paar von diesen sonnengereiften und schonend getrockneten Früchten untermischt? Warum sollten wir irgendein Wort darüber verlieren, wie lecker die Dinger als Snack zwischendurch sind und wie viele wichtige Vitamine die haben?

Nein, diesen ganzen kommerziellen Quatsch sparen wir uns. Wir distanzieren uns ausdrücklich davon, dass wir Werbung machen. Obendrein auch noch in diesem Massenmedium Radio. Stattdessen machen wir den Hören lieber klar, dass sie gefälligst des Rumpelstilzchens soziales Engagement monetär zu unterstützen haben. Genau, wie die taubstummen Feuerzeugverteiler abends in der Kneipe, die einem ein Feuerzeug auf den Tisch legen mit einem Zettelchen dazu, auf dem in herzzerreißender Manier geschrieben steht, dass man als sozial Benachteiligter ja keine Arbeit findet und seine acht Kinder und die kranke Oma nicht versorgen kann. Man kann aber sein Gewissen freikaufen und bekommt dafür dann ein Feuerzeug. Und wenn wir jetzt diese im Radiospot nebenher erwähnten Trockenfrüchte kaufen, dann tun wir etwas dafür, dass die anatolischen Bauern sauberes Wasser und Bildung bekommen – und gefälligst da bleiben, wo sie sind.

Ja, liebes Tagebuch, so läuft das schon seit vielen Jahren in der Bio-Branche. Aber es hat ja auch etwas Gutes: So kommen wenigstens nicht die Massen in den Biomarkt und man hat viel Freiraum beim Einkaufen und muss nicht ewig an der Kasse hinter irgendwelchen Chantals und Kevins warten.

Ich kann jetzt gar nicht so viele Trockenfrüchte essen, wie ich kotzen möchte…